Die Klunderburg

Aus Emden-Historisch
Klunderburg
Klunderburg

Besitzer und Bewohner

Die Erbauung der Klunderburg wird auf Anfang des 15. Jahrhunderts datiert. Anfänglich befand sie sich im Besitz diverser Häuptlingsfamilien.

Nachdem Tido von Inn- und Knyphausen die Burg von seinem Vater geerbt hatte, erwarb er 1552 mehrere umliegende Häuser, erneuerte und erweiterte das Anwesen und gab ihm seine zuletzt bekannte Form.

Tür zum Kontor (jetzt im Ostfr. Landesmuseum)
Tür zum Kontor (jetzt im Ostfr. Landesmuseum)

Im Jahr 1606 wurde die Klunderburg Sitz des Administratorenkollegiums der Ostfriesischen Stände.
Die Tür (Bild links) mit Akanthus-Ornamenten und dem Upstalsboomwappen führte in die Räume des Kollegiums.

Verschiedene, auch private Eigentümer prägten die folgenden Jahre, bis die Stadt Emden 1866 das Anwesen erwarb. Die nachfolgenden 22 Jahre diente die Klunderburg dem Ostfriesischen Infanterie-Regiment Nr. 78 als Kaserne. Anschließend richtet die Stadt dort Wohnungen ein und vermietet Räumlichkeiten an Vereine und Organisationen.

Ab 1911 war in der Klunderburg ein Kindergarten für Kinder im nicht schulpflichtigen Alter untergebracht. Er stand unter der Leitung des 1808 in Emden gegründeten Zweigvereins des niederländischen Muttervereins Maatschappij tot Nut van 't Algemeen.

Grundriss (Siebern, S. 155)
Grundriss (Siebern, S. 155)

Beschreibung

Das Grundstück, auf dem sich die Gebäude befanden, reichte von der Klunderburgstraße bis zur Kleinen Deichstraße.

Das zweigeschossige Vordergebäude an der Klunderburgstraße war teilweise unterkellert und besaß zwei Seitenflügel. Über der gewölbten Einfahrt zum Innenhof waren die Wappen des Erbauers und seiner Frau angebracht. Die auf Fotografien des Innenhofs erkennbare Freitreppe mit eisernem Geländer wurde erst im 18. Jahrhundert angelegt.

Es ist nicht gesichert, ob das an der Kleinen Deichstraße stehende, dreigeschossige Hinterhaus ursprünglich zu dem Ensemble der Klunderburg gehörte. Als Packhaus diente es zuletzt als Getreidespeicher und wurde dafür entsprechend umgebaut.

Siehe auch

  • SIEBERN, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 6., Regierungsbezirk Aurich: H. 1 u. 2, Stadt Emden, Hannover 1927, S. 153-163.
  • FÜRBRINGER, Leo (1892): Die Stadt Emden in Gegenwart und Vergangenheit, Leer (Nachdr. 1974), S 82-86, 310 (Korrektur!).
  • LOHMEYER, Dr. (1902): Der Name der Klunderburg in Emden. In: Emder Jahrbuch, Nr. 14-1902, S. 330-31.
  • VRIES, J. Fr. de (1890): Zur Geschichte der "Klunderburg" in Emden. In: Emder Jahrbuch, Nr. --1890, S. 90-92.