Kategorie:Am Delft

Aus Emden-Historisch
Basisdaten
Stadtteil/-viertel Altstadt
Kluft I.
Compagnie 1 und 3
Wyk I.
Erstnennung 1437[1]
Andere Namen Am Delf
Delft
Delf
Herkunft/Bedeutung Delf, Dilf, Delft: Graben, Canal, Tief, Hafenbassin.
delfen, dilfen, delven: graben stechen, ausgraben, austiefen.[2]
Embden urbs Frisiæ orientalis primaria, 1576
Embden urbs Frisiæ orientalis primaria, 1576

In alten Stadtplänen findet man die Bezeichnung: "Die Delff" für das Stück [Hafenbecken] südlich von der Rathhausbrücke und "Delve Flu" für den jetzt [1892] zugeschütteten nördlichen Theil, welcher also als Fluss bezeichnet wird. Delft wird abgeleitet von dem altfriesischen Worte delva = graben, ist also ein gegrabenes Bett für einen Wasserlauf. Das lässt darauf schliessen, dass der Natur, welche hier eine Bucht oder einen alten Emsarm geschaffen hatte, durch Kunst nachgeholfen und dass hier eine vorhandene Oeffnung für das Wasser im Interesse der Schifffahrt erweitert und vertieft und verlängert worden ist.[3]

Besonders suchte er [Junker Ulrich Cirksena] sich die Emder immer geneigter zu machen, indem er vieles zur Aufnahme und Zierde der Stadt vornahm; so ließ er, weil die beyden geschlichteten Deiche am Delft schon völlig bebaut waren, 1455 das Ufer an dem Delft, auf welchem die Bürger aus der Stadt vorhin ihren Koth und Unrath zu werfen pflegten, erhöhen, einfassen und mit Kieselsteinen beflastern.[4]

Die Straße verläuft direkt am westlichen Ufer des historischen Hafenbeckens, dem Ratsdelft, entlang. Von ihr aus zweigen in westliche Richtung die Pelzerstraße, die Schulstraße, der Klunderburggang und die Kleine Burgstraße ab. Nach der Kleinen Burgstraße entfernt sich in einem spitzen Winkel die Kleine Deichstraße in südliche Richtung. Nach der Kreuzung Große Straße – Rathausbrücke geht die Straße Am Delft in nördlicher Richtung über in den Alten Markt.

Die Altstadt um den Hafen war lange Zeit hauptsächlich geprägt durch den Handel. Bei den wohlhabenden Kaufleute galt die Straße Am Delft als bevorzugte Wohnlage.[5]

Text ergänzt und überarbeitet, Stand 20.11.2025
  1. SCHWECKENDIECK, Carl (1901): Festschrift zur Eröffnung des neuen Emder Seehafens durch Seine Majestät den Kaiser und König Wilhelm II. im August 1901, Berlin, S 19.
  2. DOORNKAAT KOOLMAN, J. ten (1884): Wörterbuch der Ostfriesischen Sprache, Bd. 1-3 (Neudruck 1965).
  3. FÜRBRINGER, Leo (1892): Die Stadt Emden in Gegenwart und Vergangenheit, Leer (Nachdr. 1974), S 265.
  4. LOESING, Helias (1843): Geschichte der Stadt Emden bis zum Vertrage von Delfsyhl 1595 (Nachdruck 1974), S. 66.
  5. Vgl. KAPPELHOFF, Bernd (1994): Geschichte der Stadt Emden von 1611 bis 1749. Emden als quasiautonome Stadtrepublik. In: Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. XI, Leer, S. 26.

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