Die Zwinger

Aus Emden-Historisch
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Ein Zwinger oder Dwenger ist ein aus der Befestigungsmauer vorspringender eckiger Schutzbau, anderenorts auch als Bastion oder Bollwerk bezeichnet (nld.: dwinger).[1]

Der Emden umgebende Wall hatte nach seiner Fertigstellung mindestens 11 Bastionen die nachfolgend einzeln mit ihrem heutigen Namen aufgeführt und mit den über die Jahrhunderte gebrauchten unterschiedlichen Benennungen Erwähnung finden. Wir beginnen mit der Aufzählung im Westen an der Burg und bewegen uns im Uhrzeigersinn.

Zwinger
Zwinger
  • Beckhof(zwinger), existiert nicht mehr
    auch: Beckof, Beck af[2]
    • Hafendwenger (bezieht sich auf den Drostenhafen)
  • Meister-Geerds-Zwinger, existent
    • 1621: Dwenger achter Mayarts Hof (nach dem Hof bzw. Garten von Ratsherr Lucas Mayart benannt)
    • 1653/1672: Larrelter Dwenger
  • Heuzwinger, existent
    • 1621: Albingswehrter Zwinger
  • Albingswehrster Zwinger, existent
    • 1621: Dwenger after Duirkops Hof
    • 1672: Follenmöhlen Dwenger od. Vullmühlendwenger
  • Vogelsangzwinger, existent
    • 1621: Dwenger achter Grauerts Hof
    • 1653: Osterhuser Dwenger
    • 1672: Vogelsanges Dwenger
    • 1768: Kornütjes[3] Dwenger
    • 1768/1795: Dodendwenger[4]
  • Marienwehrster Zwinger, existent
    • 1621: Dwenger na Marienwehr hen
    • 1682: Exercitiedwenger
  • Gelbe Mühlenzwinger, existent
    • 1615: Stinkdwenger
    • 1616: Auricker dwenger
    • 1621: de grote reale[5] Dwenger
    • 1653: Auricher Dwenger
    • 1672: Justitie Dwenger[6]
  • Rote Mühlenzwinger, existent
    • Rode Molen Dwenger
    • 1653: Wolthusen Dwenger
  • Weizen Mühlenzwinger, existent
    • 1603: de nie Dwenger bi de swarte Molen
    • Schwarze Mühlen Dwenger
    • 1653: Quartiermeister Dwenger
    • 1653: Oldersumer Dwenger
    • 1672: Dinklage Dwenger (nach Quartiermeister Wolter Dinklage)
    • seit 1663: Weizen Mühlenzwinger
  • Borsumer Zwinger / Herrentorzwinger, existiert nicht mehr
    • 1621: angelegt
    • 1750: de Steen
    • 1821: abgebrochen
  • Emszwinger, existiert nicht mehr
    • 1621: Ems Dwenger
    • 1653: Eemsdwenger
    • 1672: Kyk in de Ems
    • 1682: de steenen Dwenger an dem Strodiek

Heinrich Siebern nennt noch mehr Befestigungen, die nicht im obigen Plan berücksichtigt sind:

  • Am Alten Graben
    • 1588/1606: Potgetersdwenger
    • 1616: die Sogenborg (östlich vom Zentralhotel)
    • Bastion auf dem jetzigen [1927] Judenfriedhof
  • Emsmauer
    • 1606: Osterdwenger am Großen Kirchhof
    • 1653: Rundeel achter de Muire (an der Emsmauer)
    • 1653: Wachthuis-Rundeel (die später mit einem Turm besetzte Rundung bei der Burg)
    • 1595: die Katte, eine Batterie nördlich von der Burg
  • Westlich vom Emsdwenger müssen gelegen haben
    • 1606: Dat Holten Wambuis
    • 1621: Flohbill
    • 1653: Ponthuek
  • Am Schreiershoek
    • Bouhofsdwenger[7]

Auf dem Wall verteilt befanden sich fast 200 Kanonen unterschiedlichen Kalibers, dabei auch die von Graf Mansfeld 1623 erbeuteten Geschütze. Jeweils zwei waren zwischen den Zwingern verteilt und vier auf den Zwingern; an besonders gefährdeten Stellen auch mehr. Damit war Emden eine der am Besten befestigten Stadt ihrer Zeit und fast unbezwingbar.[8]

Siehe auch

  • HOUTROUW, D. G. (1889): Ostfriesland. Eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit, Bd. 1, S. 72-73.
  • SIEBERN, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 6., Regierungsbezirk Aurich: H. 1 u. 2, Stadt Emden, Hannover 1927, S. 263f.
  • FÜRBRINGER, Leo (1892): Die Stadt Emden in Gegenwart und Vergangenheit, Emden, S. 18.
  1. DOORNKAAT KOOLMAN, J. ten (1884): Wörterbuch der Ostfriesischen Sprache, Bd. 1-3 (Neudruck 1965).
  2. FÜRBRINGER, Leo (1892): Die Stadt Emden in Gegenwart und Vergangenheit, Emden, S 18.
  3. Kornütjes = Hänfling, ein Finken Vogel.
  4. Der Zwinger diente als Armenfriedhof und Soldatenfriedhof.
  5. Reale = royale, der recht große.
  6. Hier wurden Hinrichtungen vorgenommen.
  7. SIEBERN, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 6., Regierungsbezirk Aurich: H. 1 u. 2, Stadt Emden, Hannover 1927, S. 265.
  8. Vergl. KAPPELHOFF, Bernd (1994): Geschichte der Stadt Emden von 1611 bis 1749. Emden als quasiautonome Stadtrepublik. In: Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. XI, Leer, S. 11-12.