Wachposten auf dem Wall
Eine vom Magistrat am 26.06.1684 beschlossene Wachordnung legte die zu besetzenden Posten und die Anzahl der Wachen fest.
Die Wachmannschaften setzten sich zusammen aus:
- 20 Gefreite
- 10 Korporale
- 4 Landpassaten[1]
- 129 Schildwachen
- 1 Leutnant oder Fähnrich (Befehlshaber)
- 5 Unteroffiziere
- 2 Tamboure
Diese 171 Mann aus der staatischen und ständischen Garnison teilten sich in 10 Einheiten auf. Die Offiziere hatten regelmäßige Kontrollen durchzuführen, die Wachen mussten regelmäßig abgelöst werde. Jeden Abend zogen die Kommandos vom Neuen Markt aus zu den festgelegten Standquartieren.

1. Kommando: 56 Mann, Standquartier in der Hauptwache (am Rathaus)
- Tag- und Nachtposten vor dem Haus des Stadtkommandanten und dem städtischen Magazin
- Nachtposten auf der Batterie an der Südspitze der Westerbutvenne (1)
- Nachtposten am Blauen Turm (2)
- Nachtposten an der Spitze von Schreyers Hock (3)
- Diese Einheit war verantwortlich für das Schließen und Öffnen der Stadttore abends und morgens. Nachts mussten die Torschlüssel dem Bürgermeister ins Haus gebracht werden.
2. Kommando: 11 Mann, Standquartier an der Langen Brücke
- Tag- und Nachtposten am Hafentor, außerhalb der Klappbrücke (4)
- Tag- und Nachtposten vor dem Wachhaus
- Tagposten am Blauen Turm
3. Kommando: 11 Mann, Standquartier bei der Burg
- Tag- und Nachtposten an der Südwestecke des Burggeländes
- Nachtposten auf dem Eckturm der Burg (5)
- Tagposten am Burgtor (6)
- Tagposten auf dem Friedhof der Großen Kirche (7)
4. Kommando: 14 Mann, Standquartier am Beckhofzwinger (8)
- Nachtposten auf dem Larrelter Deich (9)
- Tag- und Nachtposten vor der Wache am Beckhof
- Tag- und Nachtposten am Drostensieldurchlass (10)
- Tagposten nördlich der Burg, an der große Batterie, genannt die Katte (11)
5. Kommando: 16 Mann, Standquartier im Boltentor (12)
- Tag- und Nachtposten am dortigen Wachhaus
- Tagposten auf der Klappbrücke (13), nachts auf od. im Torhaus
- Nachtpatrouille auf dem Meister-Geerds-Zwinger (14)
- Nachtpatrouille auf dem Heuzwinger (15)
6. Kommando: 15 Mann, Standquartier im Neutor (16)
- Tag- und Nachtposten am dortigen Wachhaus
- Tagposten auf der Klappbrücke (17), nachts auf od. im Torhaus
- Nachtpatrouille auf dem Albingwehrster Zwinger (18)
- Nachtpatrouille auf dem Vogelsangzwinger (19)
7. Kommando: 15 Mann, Standquartier im Nordertor (20)
- Tag- und Nachtposten am dortigen Wachhaus
- Tagposten auf der Klappbrücke (21), nachts auf od. im Torhaus
- Nachtpatrouille auf dem Marienwehrster Zwinger (22)
- Nachtpatrouille auf dem Gelbe Mühlenzwinger (23)
8. Kommando: 14 Mann
- Tagposten am Pulverturm (Krauthturm, 1596 erbaut), in der Nähe des alten Nordertors (24)
- Nachtposten an der Stelle, am Doeletiefdurchlass (25)
- Tagposten auf dem Rote Mühlenzwinger (26)
- Tagesposten an der Wolthusenpiepe (27), bevor das Wolthuser Tief (heute Ems-Jade-Kanal) den Wall unterquert
- Nachtposten auf dem Weizenmühlenzwinger (28)
- Nachtposten am Wachhaus des Herrentors (29)
9. Kommando: 15 Mann, Standquartier im Herrentor
- Tagposten am dortigen Wachhaus (29)
- Tag- und Nachtposten auf dem Borssumer Zwinger/Herrentorzwinger (30)
- Tag- und Nachtposten auf dem Strohdeich (31)
- Nachtposten auf dem Borsumer Deich (32)
10. Kommando: 7 Mann, Standquartier auf dem Ravelin[2] (33) vor dem Herrentor
- Tag- und Nachtposten am Herrentor
- Tag- und Nachtposten an der Straße nach Borsum (34)[3]
- ↑ Stellvertreter des Korporals (www.30jaehrigerkrieg.de, 17.03.2026).
- ↑ Das Ravelīn, des -es, plur. die -e, aus dem Franz. Ravelin, im Festungsbaue, ein Außenwerk, welches bloß aus zwey Faßen bestehet, und über den Graben vor die Cortine geleget wird. (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 987).
- ↑ Alle Angaben sind entnommen aus: KAPPELHOFF, Bernd (1994): Geschichte der Stadt Emden von 1611 bis 1749. Emden als quasiautonome Stadtrepublik. In: Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. XI, Leer, S. 8-12.
