Die Militärwache

Aus Emden-Historisch

Die Militärwache – von der bürgerlichen Wache, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, zu unterscheiden – stand gegenüber dem Rathaus zwischen dem Haus Neutorstraße 29 und der Rathausbrücke.

Wie der Name schon sagt, diente die Militärwache dem in Emden einquartierten Militär als Wachhaus, vor dem Tag und Nacht ein Posten zu stehen hatte. Das Gebäude wurde nicht nur als militärisches Gefängnis genutzt, sondern Bürger konnten dort auch bis zu drei Tage inhaftiert werden.[1]

Die bauliche Anlage lässt sich als "Militair-Wache" erstmals im Brandversicherungskataster von 1820 nachweisen. Das Grundstück, auf dem es wahrscheinlich schon viel früher errichtet wurde, gehörte der Stadt Emden und ist in Compagnie 6 mit der Nummer 85 registriert. Der Eintrag "Ist abgebrochen" für das Jahr 1839 lässt erkennen, dass die Militärwache nur bis 1838 dort stand.[2]

Auf dem 1798 entstandenen Kupferstich De stad en haven van Embden van binnen, met het stadhuis en de beurs des in Leer geborenen Kupferstechers Gottfried Arnold Lehmann (1766–1819) ist ganz links das Gebäude zu erkennen.

G. A. Lehmann: "De stad en haven van Embden"
(links der Brücke: Militärwache; rechts der Brücke: Bürgerwache)
  1. van der LINDE, Benjamin (2016): Das Leibregiment der friesischen Statthalter, Duncker & Humblot Berlin, S. 81.
  2. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.