Brandbit

Aus Emden-Historisch

Bit, Loch was man mit dem Beil in das Eis schlägt, um daraus Wasser zu schöpfen, od. dass die Enten darin schwimmen können etc., wenn alle Gewässer zugefroren sind. Daher: wâterbit, brandbit, ântejbit.[1]

Brand-Bitten sind große Löcher, die bei Frostwetter in das Eis der Delfte und der Binnencanäle geschlagen und offen gehalten werden, um bei Feuergefahr immer Wasser zum Löschen zu haben. Zur Herstellung der Brandbitten sind nach §23 der Brandordnung die Kornmesser verpflichtet, wofür ihnen im Frühjahr der übliche Trunk gereicht wird. Damit Niemand Gefahr laufe, die Brandbitten zu übersehen und ins Wasser zu gerathen, wird in jedes Bitt eine Warnungs-Baake (eine lange Stange mit einem Strohwisch) gesetzt. Die Wegnahme und Beschädigung dieser Baaken ist bei Strafe untersagt.[2]

  1. DOORNKAAT KOOLMAN, J. ten (1884): Wörterbuch der Ostfriesischen Sprache, Bd. 1-3 (Neudruck 1965).
  2. FÜRBRINGER, Leo (1877): Adreß- und Stadt-Handbuch der Stadt Emden 1877-1878, Emden, S. 339.