Das Emder Seeungeheuer
1616 erschien in der italienischen Stadt Viterbo eine Schrift, die von einem Seeungeheuer berichtete, das bei Emden aufgetaucht sei und Fischersleute überfallen und verschlungen habe. Sogar an Land habe das Ungeheuer gewütet und in einem Dorf, sechs Meilen von Emden entfernt, alles zerschlagen und zerrissen. Um das Untier zu erlegen, wandte man eine List an. Man machte die Bestie mit Wein betrunken und erlegte sie, als sie ihren Rausch ausschlief. Den Kopf des Ungeheuers erhielt der König von Dänemark von den Emdern als Geschenk. — Ähnliches wurdezur gleichen Zeit auch in einer Pariser Zeitschrift berichtet. In Emden selbst weiß man über dieses Untier nichts. Allerdings berichtet die ostfriesische Chronik 1580 von einem angetriebenen Wal und hat Ubbo Emmius 1595 in seiner Seekarte einen Walfisch eingezeichnet, der in Richtung auf die Emsmündung schwimmt. (Ostfriesland, 2/1952)[1]

- ↑ COLDEWEY, Dettmar (1967): Frisia Orientalis, Daten zur Geschichte des Landes zwischen Ems und Jade, Lohse-Eissing Wilhelmshaven, S. 47-48.
