Das Oldersumer Haus
Geschichte
Das Herrenhaus Große Burgstraße 14, ursprünglich Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut, stand Anfang des 17. Jahrhunderts im Besitz von Freiherr Friedrich von Schwarzenberg und Hohenlandsberg, Herr zu Oldersum und Oisterweda. Es wurde vermutlich an der Stelle eines älteren Adelssitzes errichtet, der zuvor den Oldersumer Häuptlingen, darunter Junker Ulrich von Dornum und Oldersum (†1536), gehört hatte.

1623 kaufte Graf Georg Friedrich von Hohenlohe-Langenburg das Haus. Nach seiner Beteiligung an der böhmischen Erhebung 1621 und seiner Ächtung durch den Kaiser hielt er sich zeitweise in Emden auf. Ein am Haus angebrachtes Wappen mit der Jahreszahl 1623 deutet auf einen Umbau hin, der vermutlich nach dem Ankauf eines benachbarten Hauses 1622 stattfand. Später trat der Graf in den Dienst von König Gustav Adolf von Schweden, verlor nach dessen Tod jedoch erneut seine Stellung und Besitzungen. 1639 kehrte er in seine fränkische Heimat zurück und starb 1645 in Langenburg.
1690 erhielt ein Agent des Grafen Heinrich von Hohenlohe und Gleichen die Vollmacht, das von Generalrentmeister Warner Conring bewohnte Haus zu verkaufen. Wahrscheinlich ging es noch im selben Jahr an die Familie van Wingene, Nachkommen des Generalrentmeisters.
Im 18. Jahrhundert gehörte das Haus den Erben von Eberhard von Wingene. 1781 verkaufte dessen Sohn Alrich von Wingene das Gebäude für 5.500 holländische Gulden an Wiardus Hommes, der es 1783 für denselben Preis an Bürgermeister Hieronimus Ibeling van Santen weiterverkaufte.
Im 19. Jahrhundert wechselte das Haus mehrfach den Besitzer, darunter Senator Conrad Hermann Metger, Stephan Rudolf Emilius Beninga-Kettler, Pastor Hermann Albert Hesse und schließlich der Kaufmann und norwegische Konsul Carl Fisser.
Beschreibung
Das Haus besitzt einen hufeisenförmigen Grundriss mit zwei kurzen Seitenflügeln und einem kleinen Innenhof, was eine Weiterentwicklung der damaligen Wohnkultur zeigt. Im Straßenflügel befinden sich die Eingangshalle und eine zweiläufige Treppe mit reich geschnitztem Geländer und dekorativer Bogenstellung. Hinter der Treppe liegt ein Verbindungsgang mit weiß gefliesten Wänden.
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Grundriss (Siebern, S. 170)
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Treppenaufgang (Mählmann, S. 12/13, koloriert)
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Tür mit Holzschnitzerei (Mählmann, S. 16, koloriert)
Die zweigeschossige Backsteinfassade zur Burgstraße ist schlicht gestaltet. Auffällig ist vor allem der korbbogige Eingang aus Sandstein mit Akanthusornamenten, Putten und zwei Wappen. Stilistisch weist die Fassade auf das späte 17. Jahrhundert hin, wahrscheinlich nach einem Besitzwechsel um 1690.

Insgesamt entstand das Erscheinungsbild des Hauses durch mehrere Bauphasen (16.–17. Jahrhundert) und einen größeren Umbau im späten 17. Jahrhundert.[1]
Siehe auch
- SIEBERN, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 6., Regierungsbezirk Aurich: H. 1 u. 2, Stadt Emden, Hannover 1927, S. 169-172.
- Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 14-1902, S. 429-433 (Fn. 1).
- MÄHLMANN, Karl (1913): Das Wohnhaus Alt-Emdens vom 15. bis 19. Jahrhundert, Bromberg, S. 14, 16, 47 u. 53.
- ↑ Vgl. SIEBERN, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 6., Regierungsbezirk Aurich: H. 1 u. 2, Stadt Emden, Hannover 1927, S. S. 169-172.
