Denkmal Heinrich von Stephan

Aus Emden-Historisch
Denkmal Heinrich von Stephan (2025)
Denkmal Heinrich von Stephan (2025)

Erste Überlegungen zu Ehren des Staatssekretärs und Reichspostministers Stephan (1831-1897) in Emden ein Denkmal zu setzen gab es schon 1884. Aber es sollten noch zehn Jahre vergehen, bis es zur Gründung eines Denkmalkomitees kam.

Oberbürgermeister Leo Fürbringer warb bei ausgesuchten Persönlichkeiten um Spenden und am 21. Januar 1895 auch öffentlich in der Ostfriesischen Zeitung für das Projekt. Aber die Finanzierung blieb schwierig.

Den Auftrag für den Entwurf erhielt der in Emden durch seine Arbeiten am Enno-Grab "rühmlich bekannt" gewordene Bildhauer Georg_K%C3%BCsthardt Georg Küsthardt] (1863-1903). Dem Künstler war es möglich das Büstenmonument „nach dem Leben“ anzufertigen, da ihm Heinrich von Stephan bereitwillig Modell saß. Die Berliner Bronzegießerei Gladenbeck & Sohn fertigte den Guss an. Das Ergebnis wurde von allen Beteiligten hoch gelobt.

Die von einer großen Feier umrahmte Enthüllung fand am 15. April 1896 statt; der Geehrte konnte aufgrund dienstlicher Verpflichtungen nicht anwesend sein. Als Standort wählte man einen Platz vor dem Post- und Telegraphengebäude, doch nur auf alten Postkarten mit unscharfen Abbildungen lässt sich der ehemalige Standort ungefähr festlegen.

Emden verdankte Heinrich von Stephan die Zentrierung des telegrafischen Weltgeschehens in ihre Stadt. Auf seine Veranlassung konnte 1876-1879 das repräsentative Kaiserliche Post- und Telegraphenamtsgebäude erstellt und am 21. April 1879 eingeweiht werden.

Die Bomben des 2. Weltkriegs zerstörten nicht nur dieses Gebäude, von dem nur ein Teil an der Großen Osterstraße erhalten blieb, sondern es ist auch die Büste „von Sprengstücken durchlöchert vom Sockel gefallen“.[1]

Am 22. April 1956 konnte das wieder hergerichtet Monument an seinem neuen Standort in einer Grünanlage an der Stephanstraße enthüllt werden und steht auch heute noch an diesem Platz.[2]

Siehe auch

Galerie


  1. THOLE, Fritzt (1955): Geschichte des Telegraphenamts Emden, Festschrift zum hundertjährigen Bestehn, Bremen, S. 47.
  2. ARNDT, Karl (2006): Emdens "Ära Fürbringer" in ihren Denkmälern, Teil 1. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 86-2006, S. 66-96.