Der Fürbringerbrunnen
Oberbürgermeister Fürbringer, der sich bereits große Verdienste um die Wasserversorgung und die Kanalisation in Emden erworben hatte, wünschte sich schon lange einen fließenden Brunnen für die Stadt.
Diesen Wunsch erfüllte ihm die Bürgerschaft zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum am 19. Juli 1900, indem sie ihm die finanziellen Mittel für den Bau eines Brunnens schenkten, der seinen Namen tragen und ein Relief mit seinem Bild zeigen sollte. Als Standort für das Denkmal war der Stadtgarten vorgesehen.
Für den Entwurf konnte der bekannte und bewährte Bildhauer Georg Küsthardt gewonnen werden, der bereits im November 1900 ein Brunnenmodell für eine Ausstellung im Rathaus erschaffen hatte.
Wie so oft verzögerte sich jedoch die Auftragserteilung – unter anderem wegen Unstimmigkeiten bezüglich des Standorts – sehr zum Schaden des Bildhauers. Schließlich einigte man sich auf eine kleine Grünfläche an der Bonnesse. In zeitgenössischen Stadtplänen ist dort auch der Brunnen verzeichnet.Nachdem die Anschlüsse für Wasser und Abwasser hergestellt worden waren, konnte der Brunnen am 19. Juli 1902 eingeweiht werden. Bei der Feier erklärte der Redner die Symbolik der am Denkmal zu sehenden Figuren. So stehe der Loggerkapitän mit dem reich gefüllten Netz für die Emder Heringsfischerei und der junge Seemann mit dem Tau in der Hand für die Schifffahrt im Allgemeinen und insbesondere für die Handels- und Kriegsmarine.
Obwohl die Wasserwerke jährlich 1.000 Kubikmeter Wasser kostenlos zusicherten, war der Brunnen nicht durchgehend in Betrieb. Zeitweise konnte nur sonntags für wenige Stunden Wasser entnommen werden.
Der Brunnen überstand den Krieg an seinem Standort fast unbeschadet, musste aber 1956 dem Bau einer Tankstelle weichen und harrte dann im Bauhof seiner weiteren Verwendung entgegen.[1]
Erst 1984 konnte der Fürbringerbrunnen am Stadtgarten wiederaufgerichtet werden, wo er noch heute steht.
Siehe auch
- THEESSEN, Hilke (2021): Die bewegte Geschichte des Emder Fürbringerbrunnens (Radio Bremen Zwei, zuletzt abgerufen am 14.10.2025).
Galerie
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Endwurfzeichnung
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an seinem früheren Standort
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Stadtplan 1917 (Schwalbe Verlag)
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Detail (2025)
Seite überarbeitet, Stand 10.07.2026
- ↑ ARNDT, Karl (2013): Emdens "Ära Fürbringer" in ihren Denkmälern, Teil 5. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 93-2013, S. 19-34.
