Kaiserdenkmal Wilhelm I.

Aus Emden-Historisch
Rathausplatz mit Stadtgarten und Denkmale
Rathausplatz mit Stadtgarten und Denkmale

Im September 1874 befasste sich der Magistrat der Stadt Emden mit der Errichtung eines Denkmals zu Ehren der im Krieg 1870/71 gefallenen Kameraden. In Verbindung damit sollte ein Monument für den Landesherrn, Kaiser Wilhelm I. (1797–1888), errichtet werden. Dazu wurden Angebote für ein Reiterstandbild sowie für eine Statue eingeholt. Doch bis zum Frühjahr 1876 ruhte die Angelegenheit.

Inzwischen hatte Leo Fürbringer im Jahr 1875 Bürgermeister Hantelmann in seinem Amt abgelöst. Nach vielen Diskussionen kam es 1879 zu ersten konkreten Entscheidungen. Die Standortfrage war nicht so einfach zu klären, da der Stadtgarten noch nicht existierte. Schließlich wurde ein Platz auf der Rathausbrücke favorisiert.

Die nach Berlin gesandte Präsentation des Projekts, verbunden mit der Bitte um allerhöchste Genehmigung zur Errichtung des Denkmals, wurde abschlägig beantwortet. Kaiser Wilhelm hatte grundsätzlich und ausnahmslos entschieden, zu seinen Lebzeiten keine Statue seiner Person zuzulassen.

Nach dem Tod des Kaisers im Jahr 1888 wurden die Denkmalprojekte im Reich wieder aufgenommen, ebenso in Emden. Es wurde geplant und entworfen, doch es dauerte bis 1894, bis der im September 1872 gegründete Emder Kriegerverein schließlich die Initiative ergriff.

Nach der Zuschüttung des inneren Ratsdelfts und der Entstehung des Stadtgartens 1895 konnte nun auch der endgültige Standort gefunden werden.

Für den Entwurf des Denkmals wählte die Denkmalkommission den Bildhauer Georg Küsthardt (1863–1903), der sich bereits durch die gelungene Restaurierung des Enno-Grabmals in der Großen Kirche Anerkennung erworben hatte.

Zur Ausführung musste ausschließlich ein Unikat infrage kommen, von dem es auch später keine weiteren Abgüsse geben durfte.

Die Figur des Kaisers in preußischer kleiner Generalsuniform mit Pickelhaube sollte auf einem Sockel aus poliertem Granit platziert werden. So erreichte das Monument eine Höhe von ca. 6 Metern. Auf der Front des Postaments prangte der preußische Adler, darüber in goldener Schrift der Name "Wilhelm I.". In bronzenen Kartuschen auf den Flanken waren jeweils die Profile von Reichskanzler Otto von Bismarck und Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke zu sehen. Auf der Rückseite stand in goldener Schrift: "Ihrem geliebten Landesvater und Heldenkaiser die dankbare Stadt Emden".

Die Enthüllung im Emder Stadtgarten fand am 20. Juni 1896 statt und war mit einer prunkvollen Feier verbunden; zwei Tage nach der Einweihung des Kaiserdenkmals auf dem Kyffhäuser.

Das Emder Bronzedenkmal für den ersten deutschen Kaiser fiel 1941 der Sammlung von Metallspenden zum Opfer.[1]

  1. ARNDT, Karl (2007): Emdens "Ära Fürbringer" in ihren Denkmälern, Teil 2. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 87-2007, S. 161-191.

Seite überarbeitet, Stand 10.07.2026