Kompensiertonne

Aus Emden-Historisch

Im alten Hafen von Emden befand sich einst eine verankerte Boje, an der die Schiffe festmachten, um ihren Kompass zu kompensieren.

Um nun die Deviation, d. h. den Winkel, welchen die Kompaßnadel unter dem Einfluß des Eisens im Schiff mit der magnetischen Nordsüdlinie bildet, zu bestimmen, schwingt man das Schiff, sobald die vollständige Ausrüstung an Bord ist, vor seinem Anker, resp. an einer besonderen Deviatsionsboje durch alle 32 Kompaßstriche und vergleicht die Angabe des Schiffskompasses, die man beim Peilen irgend eines entfernten Objekts erhält, mit denen eines anderen Kompasses, welchen man in derselben Peilungslinie außerhalb der die Deviation hervorrufenden Ursachen aufgestellt hat. ... Die erhaltenen Resultate legt man in einer Deviationstabelle nieder, so daß man die Korrektur für jeden Strich sofort ablesen kann; sind die Fehler aber sehr groß (eiserne Schiffe, Panzer), so bringt man zur Korrektur permanente Magnete (Airysche Magnete) oder weiches Eisen an.[1]

Kompensiertonne im (alten) Emder Hafen
Kompensiertonne im (alten) Emder Hafen


  1. Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl. 1887, 9. Bd., S. 995.