Sparkasse Emden
Entstehung
Die Bildung einer Sparkasse in Emden geht auf die Initiative der Gesellschaft "Zum allgemeinen Besten" zurück, die dem Magistrat der Stadt bereits 1830 die Einrichtung einer Sparbank nach soliden Grundsätzen empfahl. Das entsprechende Reglement für Leihhaus und Sparkasse wurde am 1. Oktober 1832 von der "Königlichen Großbritannisch-Hanoverschen Landdrostei" in Aurich bestätigt. Darin war festgelegt, dass die Stadt Emden für die hinterlegten Pfänder und Kapitalien haftet. Die Verwaltung beider Einrichtungen lag bei einem Kassierer unter Aufsicht eines fünfköpfigen Vorstands, der sich aus zwei Mitgliedern des Magistrats, zwei Vertretern des Stadtverordnetenkollegiums und einem Vertreter der Bürgerschaft zusammensetzte.
Erste Administratoren
Dem ersten Vorstand gehörten die Magistratsmitglieder Stephan Rudolph Emilius Kettler (Syndikus) und Conrad Hermann Metger (Senator) sowie die Kaufleute Brouwer und Holtze als Vertreter des Bürgerkollegiums an. Ergänzt wurde das Gremium durch den Prediger van Hülst als Vertreter der Bürgerschaft.
Mit der Bekanntmachung der Statuten am 20. Mai 1833 galt die "Städtische Leih- und Sparkasse Emden" als gegründet.
Domizile in Emden
Zunächst war das Institut in der Wohnung des ersten Kassierers (Rendanten) Lamoraal Noteboom[1] Am Brauersgraben 4-5 untergebracht. Bereits nach drei Jahren zog die Sparkasse in größere Räume im Haus Burgstraße 20 um. Im Oktober 1874 wechselte sie in das neu errichtete Gebäude der Kirchstraße 4–6, nachdem die Stadt Emden die dafür erforderlichen Grundstücke erworben hatte. Dort blieb die Sparkasse bis 1927 ansässig. Nach der Auflösung der "Girozentrale Ostfriesland" konnte sie im selben Jahr das Haus Am Delft 26 erwerben, wo bis heute ihr Sitz im Zentrum der Stadt ist.
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Am Brauersgraben 4-5 (vor 1907)
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Burgstraße 20
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Kirchstraße 4-6
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Am Delft 26
Name
Bis zum 18. März 1918 trug das Institut die offizielle Bezeichnung "Städtische Spar- und Leihkasse Emden", danach den Namen "Stadtsparkasse Emden". Einen ausführlichen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Sparkasse bietet eine 58-seitige Broschüre, die anlässlich des 175-jährigen Jubiläums im Jahr 2008 veröffentlicht wurde.[2]
Siehe auch
- FÜRBRINGER, Leo (1877): Adressbuch, S. 256 ff.
- Akten des Stadtverordnetenkollegiums: Spar- und Leihkasse (StadtA EMD III. Reg. 3038).
- Instandsetzung und Vermietung Gr. Burgstraße 30 (StadtA EMD BoA 2042).
- ↑ Lamoraal oder l’Amorael Noteboom, geb. 23.08.1775 in Leeuwarden (Friesland, NL), gest. 21.08.1847 in Emden, verh. (1.) am 07.09.1803 in Emden mit Anna Wolters Cool und (2.) am 23.02.1826 mit Maria Dekker. (https://www.genealogieonline.nl/stamboom-dusseljee/I211.php, 30.01.2026).
- ↑ SCHEELE, Dr. Friederich/UPHOFF, Dr. Rolf (2008): 175 Jahre Sparkasse Emden, Emden.
