Am Delft 29: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Emden-Historisch
Die Seite wurde neu angelegt: „{{p-nav|Am Delft 28|Am Delft 30}} {| class="wikitable" style="width:25%; float:right; margin-left: 10px;" ! ==== {{PAGENAME}} ==== |- | style="text-align:center;"| 300px<small>Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden</small> |- !style="text-align:center;"| ==== Basisdaten ==== |- |Altstadt |- |Kluft 1 |- |Compagnie 3, Nr. 2 u. 3 |- |Wyk 1 |- ! style="text-align:center;"| ==== Kataster 1875 ==== |- |Flurkarte 20 |- |Parzelle 112 u.…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{{p-nav|Am Delft 28|Am Delft 30}}
{{#seo:|description=Eigentümer und Bewohner des Hauses {{PAGENAME}} im alten Emden|canonical={{fullurl:{{FULLPAGENAME}}}}}}{{p-nav|Am Delft 28|Am Delft 30}}
{| class="wikitable" style="width:25%; float:right; margin-left: 10px;"
<div class="mw-layout-wrapper">
!
<div class="mw-two-col">
==== {{PAGENAME}} ====
<div class="col">
{| class="wikitable" style="width:100%;"
|-
|-
| style="text-align:center;"| [[Datei:S-003.jpg|300px]]<small>Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden</small>
!style="text-align:center;"|'''Basisdaten'''
|-
|-
!style="text-align:center;"|
|Altstadt
==== Basisdaten ====
|-
|Altstadt  
|-
|-
|Kluft 1
|Kluft 1
|-
|-
|Compagnie 3, Nr. 2 u. 3
|Compagnie 3, Nr. 2 u. 3  
|-
|-
|Wyk 1
|Wyk 1
|-
|-
! style="text-align:center;"|
!style="text-align:center;"|'''Katasterkarte 1875'''
==== Kataster 1875 ====
|-
|-
|Flurkarte 20
|Flurkarte 20
|-
|-
|Parzelle 112 u. 115
|Parzelle 112 u. 140
|-
|-
|Grundfläche 131 m² u. 140 m²
|Grundfläche 131 m² u. 140 m²
|}
|}
__NOTOC__
</div>
Das Haus '''Am Delft 29''' stand auf den Parzellen 112 und 115 in Comp. 3, Nr. 2 und 3, die einzeln bebaut waren. Das rechte Haus, Comp. 3, Nr. 2, ist bekannt als '''De drie Klaverbladen'''<ref>Klaverblad (nld.) = Kleeblatt.</ref>, das linke Haus, Comp. 3, Nr. 3, als '''De gouden Toelast'''<ref>Toelast (ndl.) beschreibt ein sehr großes Fass.</ref>.<br>
<div class="col">
'''Friedrich Wilhelm Storch''', Ausmiener zu Greetsiel, kaufte am 08.09.1786 seiner verwitweten Mutter die beiden Häuser am Delft ab.<ref>Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen und Nachrichten (1747-1808), 1786 Nr. 38, S. 735.</ref> Er ist der Sohn von '''Otto Rabe Storch''', bei dem der "Alte Fritz" 1751 logierte, und war verheiratet mit Sophia Hinderina van der Heyde.<br>
{| class="wikitable" style="width:100%; text-align: center;"
Den Verkauf der Häuser Comp. 3, Nr. 2 u. 3 an '''Johann Hinrich Roslaub''', "Stadts Musicum und Gastwirth", veröffentlichte das Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen- und Nachrichtenblatt am 13.10.1794.<br>
|-
Johann Hinrich Roslaub starb am 19.12.1803 im Alter von 61 Jahren, betrauert von seiner Witwe, einer geborene Charpentier, und ihren drei Töchtern.<ref>Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen und Nachrichten (1747-1808), 1803 Nr. 52, S. 1550.</ref><br>
| [[Datei:S-003.jpg|center|x287px]]<small>Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden</small>
Am 26.03.1805 verlobte sich Tochter Johanna Henriette Roslaub mit dem Arzt '''Dr. med. Gerhard Eyting'''.<br>
|-
Nach dem Tod der Witwe Roslaub Ende 1823 verkauften ihre Erben, vertreten durch Dr. Gerhard Eyting, am 09.12.1825 das Anwesen an den Weinhändler '''Gerrit de Ruyter''', der den Häusern 1826 eine neue Fassade vorsetzte.<ref>{{siebern|242}}</ref><br>  
|}
Da Gerrit de Ruyter selbst keine Schankerlaubnis bekommen konnte, verpachtete er die Weinstube.
</div></div>
 
== Anmerkung ==
Die 1763 gegründete '''Emder Kaufmannsbörse''' hatte ab 1792 bei Wirt Roslaub ihren Börsensaal. Als „Börse, Kaffeehaus und Weinstube“, „Börsenhalle“ oder „Restaurant zur Börse“ ist die Gaststätte dadurch bekannt geworden.
* Giebelstein: Kartusche mit der Jahreszahl 1605<ref>{{siebern|209}}</ref>
[[Datei:Börse-Emden-innen_AS.jpg|500px|center|Speiseraum Börse]]
* Das Haus ''Am Delft 29'' stand auf den Parzellen 112 und 115 in Comp. 3, No. 2 und 3, die einzeln bebaut waren. Das rechte Haus (Comp. 3, No. 2) war bekannt als <abbr title="(nld.) die drei Kleeblätter">''De drie Klaverbladen''</abbr>, das linke Haus (Comp. 3, No. 3), als <abbr title="(ndl.) das goldene [sehr große] Fass">''De gouden Toelast''</abbr>.
"Das stattliche, drei Geschoß hohe und sechs Achsen breite Haus ("Börse") schließt mit Doppelgiebel ab. Nur die Dreieckverdachungen der Stirnbekrönungen und die schlichte, stumpf auf das Schultergesims gesetzte Abdeckung sind aus Sandstein. Auf jeden Schmuck ist verzichtet. An den Türpfosten steht unten die Jahreszahl 1826. Das Haus selbst ist jedoch älter als die damals vorgesetzte Front. Aus der ersten Erbauungszeit stammt ein wieder eingemauerter Giebelstein mit der Jahreszahl 1605. In dem Hause wohnte, wie eine neuerdings eingesetzte Inschrifttafel kundgibt, vom 13.-15. Juni 1755 [sic] der König Friedrich der Große."<ref>{{siebern|242}}</ref>
== Illustrationen ==
 
<hovergallery>
Durch Ankauf des Eckhauses [[Am Delft 30]] wollten die Eigentümer, Brauerei Hesse in Weener, 1917 die Häuser der Börse zusammen mit dem Nachbarhaus zu einem '''Drei-Giebel-Haus''' mit vorgesetzter Fassade im "Renaissance-Charakter" umbauen. Der "Provizial-Conservator" aus Hannover, Heinrich Siebern, äußerte seine Bedenken und bemängelte den Stilmix der Fassade, was zur Ablehnung des Projekts führte (siehe Bild unten: Nach einer Aufrisszeichnung als [https://de.wikipedia.org/wiki/Blaupause Blaupause] vom 13.05.1917).<ref>StadtA EMD BoA 1687.</ref>
Börse-Emden-innen_AS.jpg|Speiseraum Börse
Delft29-30 JALB.jpg|Am Delft 29 "Börse"
Delft21-29_JALB.jpg|Am Delft 21-29
Delft23-30_JALB.jpg|Am Delft 23-30
Delft23-30_AS.jpg|Am Delft 23-30
1917_Aufriss_Drei-Giebel-Haus.jpg|1917 Projekt Drei-Giebel-Haus
</hovergallery>
== Eigentümer und Bewohner ==
== Eigentümer und Bewohner ==
==== Kopfschatzung 1757<ref>HINRICHS, Wiard (2010): Kopfschatzung 1757, Aurich, Bd. 1.</ref> ====
<div style="text-align:right;">'''[{{ExpandALL}}]''' | '''[{{CollapseAll}}]'''</div>
* Otto Storck, Weinhändler; Frau und 4 Kinder; 1 Junge als Knecht
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width:100%"
==== Brandversicherungskataster ====
|-
{| class="wikitable" style="margin-right:10px;";
! ''' Kopfschatzung 1757'''<ref>HINRICHS, Wiard (2010): ''Kopfschatzung 1757'', Bd. 1, Aurich.</ref>
|-
|
* Otto Storck, Weinhändler und Frau, 4 Kinder; 1 Junge als Knecht
|}
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width:100%"
! colspan="5"|Brandversicherungskataster 1754<ref>''Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend'', StadtA EMD II. 1366.</ref>, 1768-1936<ref>{{brandka}}</ref>
|-
! Datum!! Eigentümer!! Nachfolger!! Art!! Bd./Bild
! Datum!! Eigentümer!! Nachfolger!! Art!! Bd./Bild
|-
|-
| 1754 || Otto Rabe Storch || || Ein Wohnhaus|| <ref>''Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend'', StadtA EMD II. 1366.</ref>
| 1754 || Otto Rabe Storch || || Ein Wohnhaus ||
|-
|-
| 1808-1819 || Joh. Hinr. Roslaub Kinder|| || Huis || A38 <ref>{{brandka}}</ref>
| 1808-1819 || Joh. Hinr. Roslaub Kinder|| || Huis || A38
|-
|-
| 1819-1830 || Joh. Hinr. Roslaub Kinder|| 1825: Gerrid de Ruiter || Haus || A49
| 1819-1830 || Joh. Hinr. Roslaub Kinder|| 1825: Gerrid de Ruiter || Haus || A49
|-
|-
|! colspan="5"| <small>''Ab 1825 wurden die Häuser Comp. 3, Nr. 2 u. 3 als ein Haus geführt.''</small>
|! colspan="5"| <small>''Ab 1825 wurden die Häuser Comp. 3, No. 2 u. 3 als ein Haus geführt.''</small>
|-
|-
| 1830-1841 || Gerrit de Ruiter ||  || Haus || A49
| 1830-1841 || Gerrit de Ruiter ||  || Haus || A49
Zeile 63: Zeile 73:
| 1863-1872 || Gerrit de Ruyter ||  || Haus, Angebäude || A45
| 1863-1872 || Gerrit de Ruyter ||  || Haus, Angebäude || A45
|-
|-
| 1872-1877 || G. de Ruyter ||  || Südliches Haus<br>Nördliches Haus<br>Angebäude<br>Küchengebäude || A8
| 1872-1877 || G. de Ruyter ||  || Südliches Haus, Nördliches Haus, Angebäude, Küchengebäude || A8
|-
| 1877-1882 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude || A8
|-
| 1882-1887 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude || A8
|-
| 1887-1892 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude || A8
|-
| 1890-1895 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude || A8
|-
| 1895-1900 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude || A8
|-
| 1900-1905 || G. de Ruyter || 1903: Johann und Anton de Ruyter, Restaurant "Börsenhalle"<br>1904: Philipp Joseph Janssen || südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau || A22
|-
| 1905-1910 || Philipp Joseph Janssen, Restaurant "Börsenhalle" || || südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau || A82
|-
| 1910-1915 || Philipp Joseph Janssen, Restaurant "Die Börse" || 1914: Johann van Hove|| südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau || A95
|-
| 1914-1920 || Johann van Hove|| 1916: Brauerei Ludw. K. Hesse, Weener|| südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau || A
|-
| 1918-1936 || Brauerei Ludwig K. Hesse Weener, Restaurant "Die Börse"|| ||südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau || A197
|}
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width:100%"
! colspan="5"|Adress- und Telefonbücher 1864-1941<ref>{{harms1}}</ref>
|-
|-
| 1877-1882 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus<br>Nördl. Haus<br>Küchengebäude || A8
! Jahr!!style="text-align:left;"| Bewohner und Eigentümer (E)
|-
|-
| 1882-1887 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus<br>Nördl. Haus<br>Küchengebäude || A8
|1864 || Phil. J. Janssen (Börsenhalle)
|-
|-
| 1887-1892 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus<br>Nördl. Haus<br>Küchengebäude || A8
| 1866 || Philipp J. Janssen, Schenkwirt
|-
|-
| 1890-1895 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus<br>Nördl. Haus<br>Küchengebäude || A8
| 1867 || Philipp J. Janssen, Schenkwirt
|-
|-
| 1895-1900 || G. de Ruyter ||  || Südl. Haus<br>Nördl. Haus<br>Küchengebäude || A8
| 1877/78 || Philipp J. Janssen, Schenkwirt
|-
|-
| 1900-1905 || G. de Ruyter || 1903: Johann und Anton de Ruyter<br>Restaurant "Börsenhalle"<br>1904: Philipp Joseph Janssen || Südl. Wohnhaus<br>Nördl. Wohnhaus<br>Zwischenbau<br>Küchengebäudeanbau || A22
| 1880/81 || Philipp J. Janssen, Schenkwirt
|-
|-
| 1905-1910 || Philipp Joseph Janssen<br>Restaurant "Börsenhalle" || || Südl. Wohnhaus<br>Nördl. Wohnhaus<br>Zwischenbau<br>Küchengebäudeanbau || A82
| 1887 || Philipp J. Janssen, Schenkwirt; (E: G. de Ruyter Erben)
|-
|-
| 1910-1915 || Philipp Joseph Janssen<br>Restaurant "Die Börse" || 1914: Johann van Hove|| Südl. Wohnhaus<br>Nördl. Wohnhaus<br>Zwischenbau<br>Küchengebäudeanbau || A95
| 1890 || Wwe. Philipp J. Janssen, Schenkwirtin; Philipp J. Janssen, Gehilfe; Heinrich Hast, Kellner (E: Johann de Ruyter und Anton de Ruyter)
|-
|-
| 1914-1920 || Johann van Hove|| 1916: Brauerei Ludw. K. Hesse, Weener|| südl. Wohnhaus<br>nördl. Wohnhaus<br>Zwischenbau<br>Küchengebäudeanbau || A
| 1897 || Philipp J. Janssen, Schenkwirt; Wilhelm Willms, Kellner
|-
|-
| 1918-1936 || Brauerei Ludwig K. Hesse Weener<br>Restaurant "Die Börse"|| ||südl. Wohnhaus<br>nördl. Wohnhaus<br>Zwischenbau<br>Küchengebäudeanbau || A197
| 1902 || Phil. Jos. Janssen, Schenkwirt
|-
| 1904 || Phillipp Jos. Janssen, Börsenwirt; Rudolf Geist, Kaufmann; Paul Wurmsee, Kaufmann
|-
| 1906/07 || Phillipp Jos. Janssen, Börsenwirt; Fr. Müller, Handlungsgehilfe
|-
| 1911 || Gaststätte "Hotel zur Börse"; Philipp Janssen, Börsenwirt (E); Christian Evensen, Handlungsgehilfe
|-
| 1913/14 || Julius Knoche, Börsenwirt (E: Johann van Hove)
|-
| 1925 || Weinstuben "Börse"; Friedrich Schmidt, Schenkwirt; Ella Gronewold, Hausmädchen; Anna Sophie Schmidt, Stütze; Helene Mende, Hausmädchen; Johanna Schipper, Hausmädchen (E: Brauerei Hesse in Weener)
|-
| 1927 || Weinstuben "Börse"; Friedrich Schmidt, Schankwirt (E: Brauerei Hesse in Weener)
|-
| 1934 || Willi Ehrhardt, Börsenwirt; Wilhelmine Jüttner; Elise Kammradt, Köchin; Ebbine Davids, Hausmädchen; Maria Klaassen, Lehrköchin
|-
| 1937 || Börse; Willi Ehrhardt, Gastwirt; Elise Kamrad, Köchin; Elbine Davids, Hausmädchen; Ubbine Cornelius, Hausmädchen; Wwe. Wilhelmine Jüttner
|-
| 1941 || Börse; W. Eberhardt, Gastwirt<ref>{{tel41}}</ref>  
|}
|}
==== Einwohnerverzeichnisse ====
== Miszellen ==
* Adress-Kalender 1864<ref name="handapp">StadtA EMD, Handapparat.</ref>
* ''Friedrich Wilhelm Storch'', Ausmiener zu Greetsiel, kaufte am 08.09.1786 von seiner verwitweten Mutter die beiden Häuser am Delft.<ref>Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen und Nachrichten (1747-1808), 1786 Nr. 38, S. 735.</ref> Er ist der Sohn von ''Otto Rabe Storch'', bei dem der "Alte Fritz" 1751 logierte, und war verheiratet mit Sophia Hinderina van der Heyde.<br>Den Verkauf der Häuser Comp. 3, No. 2 u. 3 an ''Johann Hinrich Roslaub'', "Stadts Musicum und Gastwirth", veröffentlichte das Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen- und Nachrichtenblatt am 13.10.1794.<br>''Johann Hinrich Roslaub'' starb am 19.12.1803 im Alter von 61 Jahren, betrauert von seiner Witwe, einer geborene Charpentier, und ihren drei Töchtern.<ref>Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen und Nachrichten (1747-1808), 1803 Nr. 52, S. 1550.</ref><br>Am 26.03.1805 verlobte sich Tochter ''Johanna Henriette Roslaub'' mit dem Arzt ''Dr. med. Gerhard Eyting''.<br>Nach dem Tod der Witwe Roslaub Ende 1823 verkauften ihre Erben, vertreten durch Dr. Gerhard Eyting, am 09.12.1825 das Anwesen an den Weinhändler ''Gerrit de Ruyter'', der den Häusern 1826 eine neue Fassade vorsetzte.<br>Da Gerrit de Ruyter selbst keine Schankerlaubnis bekommen konnte, verpachtete er die Weinstube.
** Phil. J. Janssen (Börsenhalle)
* Die 1763 gegründete ''Emder Kaufmannsbörse'' hatte ab 1792 bei Wirt Roslaub ihren Börsensaal. Als "Börse, Kaffeehaus und Weinstube", "Börsenhalle", "Restaurant zur Börse" oder "Hotel zur Börse" ist die Gaststätte dadurch bekannt geworden.
* Adressbuch 1866<ref name="handapp" />
* <cite>Das stattliche, drei Geschoß hohe und sechs Achsen breite Haus ("Börse") schließt mit Doppelgiebel ab. Nur die Dreieckverdachungen der Stirnbekrönungen und die schlichte, stumpf auf das Schultergesims gesetzte Abdeckung sind aus Sandstein. Auf jeden Schmuck ist verzichtet. An den Türpfosten steht unten die Jahreszahl 1826. Das Haus selbst ist jedoch älter als die damals vorgesetzte Front. Aus der ersten Erbauungszeit stammt ein wieder eingemauerter Giebelstein mit der Jahreszahl 1605. In dem Hause wohnte, wie eine neuerdings eingesetzte Inschrifttafel kundgibt, vom 13.-15. Juni 1755 [sic!] der König Friedrich der Große.</cite><ref>{{siebern|242}}</ref>
** Janssen, Philipp J., Schenkw.
* Durch Ankauf des Eckhauses [[Am Delft 30]] wollten die Eigentümer (Brauerei Hesse in Weener) 1917 die Häuser der Börse zusammen mit dem Nachbarhaus zu einem ''Drei-Giebel-Haus'' mit vorgesetzter Fassade im "Renaissance-Charakter" umbauen. Der "Provizial-Conservator" aus Hannover, Heinrich Siebern, äußerte seine Bedenken und bemängelte den Stilmix der Fassade, was zur Ablehnung des Projekts führte (siehe Bild: Nach einer Aufrisszeichnung als Blaupause Blaupause] vom 13.05.1917).<ref>StadtA EMD BoA 1687.</ref>
* Adressbuch 1877<ref>{{fürbringer1|46-76}}</ref>
</div>
** Janssen, Philipp J., Schenkwirth
* Adressbuch 1880<ref name="handapp" />
** Janssen, Philipp J., Schenkwirth
* Adressbuch 1897<ref name="handapp" />
** Janssen, Philipp J., Schenkwirth
** Willms, Wilhelm, Kellner
* Adressbuch 1906/07<ref name="handapp" />
** Janssen, Philipp Jos., Börsenwirt
** Müller, Fr., Handlungsgehülfe
* Adressbuch 1911<ref name="handapp" />
** Janssen, Phil., Börsenwirt, Tel. 326
** Evensen, Christian, Handlungsgeh.
* Adressbuch 1937<ref name="handapp" />
** Ehrhardt, Willi, Gastw., "Börse"
** Kamrad, Elise, Köchin
** Davids, Elbine, Hausmädchen
** Jüttner, Wilhelmine, Wwe.
== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
* [[Liste der Häuser Am Delft]]
* [[Liste der Häuser Am Delft]]
* [[:Kategorie:Liste der Straßen|Liste der Straßen]]
* [[:Kategorie:Liste der Straßen|Liste der Straßen]]
== Galerie ==
<references />
<hovergallery>
Delft29-30 JALB.jpg|Am Delft 29 "Börse"
Delft21-29_JALB.jpg|Am Delft 21-29
Delft23-30_JALB.jpg|Am Delft 23-30
Delft23-30_AS.jpg|Am Delft 23-30
1917_Aufriss_Drei-Giebel-Haus.jpg|1917 Projekt Drei-Giebel-Haus
</hovergallery>
{{gotop1}}
{{gotop1}}

Aktuelle Version vom 7. Februar 2026, 17:17 Uhr

← voriges    Haus in dieser Straße    nächstes →

Basisdaten
Altstadt
Kluft 1
Compagnie 3, Nr. 2 u. 3
Wyk 1
Katasterkarte 1875
Flurkarte 20
Parzelle 112 u. 140
Grundfläche 131 m² u. 140 m²
Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden

Anmerkung

  • Giebelstein: Kartusche mit der Jahreszahl 1605[1]
  • Das Haus Am Delft 29 stand auf den Parzellen 112 und 115 in Comp. 3, No. 2 und 3, die einzeln bebaut waren. Das rechte Haus (Comp. 3, No. 2) war bekannt als De drie Klaverbladen, das linke Haus (Comp. 3, No. 3), als De gouden Toelast.

Illustrationen

Eigentümer und Bewohner

[] | []
Kopfschatzung 1757[2]
  • Otto Storck, Weinhändler und Frau, 4 Kinder; 1 Junge als Knecht
Brandversicherungskataster 1754[3], 1768-1936[4]
Datum Eigentümer Nachfolger Art Bd./Bild
1754 Otto Rabe Storch Ein Wohnhaus
1808-1819 Joh. Hinr. Roslaub Kinder Huis A38
1819-1830 Joh. Hinr. Roslaub Kinder 1825: Gerrid de Ruiter Haus A49
Ab 1825 wurden die Häuser Comp. 3, No. 2 u. 3 als ein Haus geführt.
1830-1841 Gerrit de Ruiter Haus A49
1841-1852 Gerrit de Ruiter Haus A47
1852-1863 Gerrit de Ruiter Haus, Angebäude A45
1863-1872 Gerrit de Ruyter Haus, Angebäude A45
1872-1877 G. de Ruyter Südliches Haus, Nördliches Haus, Angebäude, Küchengebäude A8
1877-1882 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1882-1887 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1887-1892 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1890-1895 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1895-1900 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1900-1905 G. de Ruyter 1903: Johann und Anton de Ruyter, Restaurant "Börsenhalle"
1904: Philipp Joseph Janssen
südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A22
1905-1910 Philipp Joseph Janssen, Restaurant "Börsenhalle" südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A82
1910-1915 Philipp Joseph Janssen, Restaurant "Die Börse" 1914: Johann van Hove südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A95
1914-1920 Johann van Hove 1916: Brauerei Ludw. K. Hesse, Weener südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A
1918-1936 Brauerei Ludwig K. Hesse Weener, Restaurant "Die Börse" südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A197
Adress- und Telefonbücher 1864-1941[5]
Jahr Bewohner und Eigentümer (E)
1864 Phil. J. Janssen (Börsenhalle)
1866 Philipp J. Janssen, Schenkwirt
1867 Philipp J. Janssen, Schenkwirt
1877/78 Philipp J. Janssen, Schenkwirt
1880/81 Philipp J. Janssen, Schenkwirt
1887 Philipp J. Janssen, Schenkwirt; (E: G. de Ruyter Erben)
1890 Wwe. Philipp J. Janssen, Schenkwirtin; Philipp J. Janssen, Gehilfe; Heinrich Hast, Kellner (E: Johann de Ruyter und Anton de Ruyter)
1897 Philipp J. Janssen, Schenkwirt; Wilhelm Willms, Kellner
1902 Phil. Jos. Janssen, Schenkwirt
1904 Phillipp Jos. Janssen, Börsenwirt; Rudolf Geist, Kaufmann; Paul Wurmsee, Kaufmann
1906/07 Phillipp Jos. Janssen, Börsenwirt; Fr. Müller, Handlungsgehilfe
1911 Gaststätte "Hotel zur Börse"; Philipp Janssen, Börsenwirt (E); Christian Evensen, Handlungsgehilfe
1913/14 Julius Knoche, Börsenwirt (E: Johann van Hove)
1925 Weinstuben "Börse"; Friedrich Schmidt, Schenkwirt; Ella Gronewold, Hausmädchen; Anna Sophie Schmidt, Stütze; Helene Mende, Hausmädchen; Johanna Schipper, Hausmädchen (E: Brauerei Hesse in Weener)
1927 Weinstuben "Börse"; Friedrich Schmidt, Schankwirt (E: Brauerei Hesse in Weener)
1934 Willi Ehrhardt, Börsenwirt; Wilhelmine Jüttner; Elise Kammradt, Köchin; Ebbine Davids, Hausmädchen; Maria Klaassen, Lehrköchin
1937 Börse; Willi Ehrhardt, Gastwirt; Elise Kamrad, Köchin; Elbine Davids, Hausmädchen; Ubbine Cornelius, Hausmädchen; Wwe. Wilhelmine Jüttner
1941 Börse; W. Eberhardt, Gastwirt[6]

Miszellen

  • Friedrich Wilhelm Storch, Ausmiener zu Greetsiel, kaufte am 08.09.1786 von seiner verwitweten Mutter die beiden Häuser am Delft.[7] Er ist der Sohn von Otto Rabe Storch, bei dem der "Alte Fritz" 1751 logierte, und war verheiratet mit Sophia Hinderina van der Heyde.
    Den Verkauf der Häuser Comp. 3, No. 2 u. 3 an Johann Hinrich Roslaub, "Stadts Musicum und Gastwirth", veröffentlichte das Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen- und Nachrichtenblatt am 13.10.1794.
    Johann Hinrich Roslaub starb am 19.12.1803 im Alter von 61 Jahren, betrauert von seiner Witwe, einer geborene Charpentier, und ihren drei Töchtern.[8]
    Am 26.03.1805 verlobte sich Tochter Johanna Henriette Roslaub mit dem Arzt Dr. med. Gerhard Eyting.
    Nach dem Tod der Witwe Roslaub Ende 1823 verkauften ihre Erben, vertreten durch Dr. Gerhard Eyting, am 09.12.1825 das Anwesen an den Weinhändler Gerrit de Ruyter, der den Häusern 1826 eine neue Fassade vorsetzte.
    Da Gerrit de Ruyter selbst keine Schankerlaubnis bekommen konnte, verpachtete er die Weinstube.
  • Die 1763 gegründete Emder Kaufmannsbörse hatte ab 1792 bei Wirt Roslaub ihren Börsensaal. Als "Börse, Kaffeehaus und Weinstube", "Börsenhalle", "Restaurant zur Börse" oder "Hotel zur Börse" ist die Gaststätte dadurch bekannt geworden.
  • Das stattliche, drei Geschoß hohe und sechs Achsen breite Haus ("Börse") schließt mit Doppelgiebel ab. Nur die Dreieckverdachungen der Stirnbekrönungen und die schlichte, stumpf auf das Schultergesims gesetzte Abdeckung sind aus Sandstein. Auf jeden Schmuck ist verzichtet. An den Türpfosten steht unten die Jahreszahl 1826. Das Haus selbst ist jedoch älter als die damals vorgesetzte Front. Aus der ersten Erbauungszeit stammt ein wieder eingemauerter Giebelstein mit der Jahreszahl 1605. In dem Hause wohnte, wie eine neuerdings eingesetzte Inschrifttafel kundgibt, vom 13.-15. Juni 1755 [sic!] der König Friedrich der Große.[9]
  • Durch Ankauf des Eckhauses Am Delft 30 wollten die Eigentümer (Brauerei Hesse in Weener) 1917 die Häuser der Börse zusammen mit dem Nachbarhaus zu einem Drei-Giebel-Haus mit vorgesetzter Fassade im "Renaissance-Charakter" umbauen. Der "Provizial-Conservator" aus Hannover, Heinrich Siebern, äußerte seine Bedenken und bemängelte den Stilmix der Fassade, was zur Ablehnung des Projekts führte (siehe Bild: Nach einer Aufrisszeichnung als Blaupause Blaupause] vom 13.05.1917).[10]

Siehe auch

  1. SIEBERN, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 6., Regierungsbezirk Aurich: H. 1 u. 2, Stadt Emden, Hannover 1927, S. 209.
  2. HINRICHS, Wiard (2010): Kopfschatzung 1757, Bd. 1, Aurich.
  3. Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend, StadtA EMD II. 1366.
  4. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.
  5. FELDMANN, Thomas/HARMS, Thorsten (†): Emder Häuserbuch, unveröffentlicht.
  6. Telefonbuch der Stadt Emden, 1941 (zit. nach: FELDMANN/HARMS: Emder Häuserbuch).
  7. Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen und Nachrichten (1747-1808), 1786 Nr. 38, S. 735.
  8. Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen und Nachrichten (1747-1808), 1803 Nr. 52, S. 1550.
  9. SIEBERN, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 6., Regierungsbezirk Aurich: H. 1 u. 2, Stadt Emden, Hannover 1927, S. 242.
  10. StadtA EMD BoA 1687.