Am Delft 29

Aus Emden-Historisch
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Basisdaten
Altstadt
Kluft 1
Compagnie 3, Nr. 2 u. 3
Wyk 1
Katasterkarte 1875
Flurkarte 20
Parzelle 112 u. 140
Grundfläche 131 m² u. 140 m²
Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden

Anmerkung

  • Giebelstein: Kartusche mit der Jahreszahl 1605[1]
  • Das Haus Am Delft 29 stand auf den Parzellen 112 und 115 in Comp. 3, No. 2 und 3, die einzeln bebaut waren. Das rechte Haus (Comp. 3, No. 2) war bekannt als De drie Klaverbladen, das linke Haus (Comp. 3, No. 3), als De gouden Toelast.

Illustrationen

Eigentümer und Bewohner

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Kopfschatzung 1757[2]
  • Otto Storck, Weinhändler und Frau, 4 Kinder; 1 Junge als Knecht
Brandversicherungskataster 1754[3], 1768-1936[4]
Datum Eigentümer Nachfolger Art Bd./Bild
1754 Otto Rabe Storch Ein Wohnhaus
1808-1819 Joh. Hinr. Roslaub Kinder Huis A38
1819-1830 Joh. Hinr. Roslaub Kinder 1825: Gerrid de Ruiter Haus A49
Ab 1825 wurden die Häuser Comp. 3, No. 2 u. 3 als ein Haus geführt.
1830-1841 Gerrit de Ruiter Haus A49
1841-1852 Gerrit de Ruiter Haus A47
1852-1863 Gerrit de Ruiter Haus, Angebäude A45
1863-1872 Gerrit de Ruyter Haus, Angebäude A45
1872-1877 G. de Ruyter Südliches Haus, Nördliches Haus, Angebäude, Küchengebäude A8
1877-1882 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1882-1887 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1887-1892 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1890-1895 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1895-1900 G. de Ruyter Südl. Haus, Nördl. Haus, Küchengebäude A8
1900-1905 G. de Ruyter 1903: Johann und Anton de Ruyter, Restaurant "Börsenhalle"
1904: Philipp Joseph Janssen
südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A22
1905-1910 Philipp Joseph Janssen, Restaurant "Börsenhalle" südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A82
1910-1915 Philipp Joseph Janssen, Restaurant "Die Börse" 1914: Johann van Hove südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A95
1914-1920 Johann van Hove 1916: Brauerei Ludw. K. Hesse, Weener südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A
1918-1936 Brauerei Ludwig K. Hesse Weener, Restaurant "Die Börse" südl. Wohnhaus, nördl. Wohnhaus, Zwischenbau, Küchengebäudeanbau A197
Adress- und Telefonbücher 1864-1941[5]
Jahr Bewohner und Eigentümer (E)
1864 Phil. J. Janssen (Börsenhalle)
1866 Philipp J. Janssen, Schenkwirt
1867 Philipp J. Janssen, Schenkwirt
1877/78 Philipp J. Janssen, Schenkwirt
1880/81 Philipp J. Janssen, Schenkwirt
1887 Philipp J. Janssen, Schenkwirt; (E: G. de Ruyter Erben)
1890 Wwe. Philipp J. Janssen, Schenkwirtin; Philipp J. Janssen, Gehilfe; Heinrich Hast, Kellner (E: Johann de Ruyter und Anton de Ruyter)
1897 Philipp J. Janssen, Schenkwirt; Wilhelm Willms, Kellner
1902 Phil. Jos. Janssen, Schenkwirt
1904 Phillipp Jos. Janssen, Börsenwirt; Rudolf Geist, Kaufmann; Paul Wurmsee, Kaufmann
1906/07 Phillipp Jos. Janssen, Börsenwirt; Fr. Müller, Handlungsgehilfe
1911 Gaststätte "Hotel zur Börse"; Philipp Janssen, Börsenwirt (E); Christian Evensen, Handlungsgehilfe
1913/14 Julius Knoche, Börsenwirt (E: Johann van Hove)
1925 Weinstuben "Börse"; Friedrich Schmidt, Schenkwirt; Ella Gronewold, Hausmädchen; Anna Sophie Schmidt, Stütze; Helene Mende, Hausmädchen; Johanna Schipper, Hausmädchen (E: Brauerei Hesse in Weener)
1927 Weinstuben "Börse"; Friedrich Schmidt, Schankwirt (E: Brauerei Hesse in Weener)
1934 Willi Ehrhardt, Börsenwirt; Wilhelmine Jüttner; Elise Kammradt, Köchin; Ebbine Davids, Hausmädchen; Maria Klaassen, Lehrköchin
1937 Börse; Willi Ehrhardt, Gastwirt; Elise Kamrad, Köchin; Elbine Davids, Hausmädchen; Ubbine Cornelius, Hausmädchen; Wwe. Wilhelmine Jüttner
1941 Börse; W. Eberhardt, Gastwirt[6]

Miszellen

  • Friedrich Wilhelm Storch, Ausmiener zu Greetsiel, kaufte am 08.09.1786 von seiner verwitweten Mutter die beiden Häuser am Delft.[7] Er ist der Sohn von Otto Rabe Storch, bei dem der "Alte Fritz" 1751 logierte, und war verheiratet mit Sophia Hinderina van der Heyde.
    Den Verkauf der Häuser Comp. 3, No. 2 u. 3 an Johann Hinrich Roslaub, "Stadts Musicum und Gastwirth", veröffentlichte das Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen- und Nachrichtenblatt am 13.10.1794.
    Johann Hinrich Roslaub starb am 19.12.1803 im Alter von 61 Jahren, betrauert von seiner Witwe, einer geborene Charpentier, und ihren drei Töchtern.[8]
    Am 26.03.1805 verlobte sich Tochter Johanna Henriette Roslaub mit dem Arzt Dr. med. Gerhard Eyting.
    Nach dem Tod der Witwe Roslaub Ende 1823 verkauften ihre Erben, vertreten durch Dr. Gerhard Eyting, am 09.12.1825 das Anwesen an den Weinhändler Gerrit de Ruyter, der den Häusern 1826 eine neue Fassade vorsetzte.
    Da Gerrit de Ruyter selbst keine Schankerlaubnis bekommen konnte, verpachtete er die Weinstube.
  • Die 1763 gegründete Emder Kaufmannsbörse hatte ab 1792 bei Wirt Roslaub ihren Börsensaal. Als "Börse, Kaffeehaus und Weinstube", "Börsenhalle", "Restaurant zur Börse" oder "Hotel zur Börse" ist die Gaststätte dadurch bekannt geworden.
  • Das stattliche, drei Geschoß hohe und sechs Achsen breite Haus ("Börse") schließt mit Doppelgiebel ab. Nur die Dreieckverdachungen der Stirnbekrönungen und die schlichte, stumpf auf das Schultergesims gesetzte Abdeckung sind aus Sandstein. Auf jeden Schmuck ist verzichtet. An den Türpfosten steht unten die Jahreszahl 1826. Das Haus selbst ist jedoch älter als die damals vorgesetzte Front. Aus der ersten Erbauungszeit stammt ein wieder eingemauerter Giebelstein mit der Jahreszahl 1605. In dem Hause wohnte, wie eine neuerdings eingesetzte Inschrifttafel kundgibt, vom 13.-15. Juni 1755 [sic!] der König Friedrich der Große.[9]
  • Durch Ankauf des Eckhauses Am Delft 30 wollten die Eigentümer (Brauerei Hesse in Weener) 1917 die Häuser der Börse zusammen mit dem Nachbarhaus zu einem Drei-Giebel-Haus mit vorgesetzter Fassade im "Renaissance-Charakter" umbauen. Der "Provizial-Conservator" aus Hannover, Heinrich Siebern, äußerte seine Bedenken und bemängelte den Stilmix der Fassade, was zur Ablehnung des Projekts führte (siehe Bild: Nach einer Aufrisszeichnung als Blaupause Blaupause] vom 13.05.1917).[10]

Siehe auch

  1. SIEBERN, Heinrich (1927): Die Kunstdenkmäler der Stadt Emden (Nachdruck 1975), S. 209.
  2. HINRICHS, Wiard (2010): Kopfschatzung 1757, Bd. 1, Aurich.
  3. Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend, StadtA EMD II. 1366.
  4. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.
  5. FELDMANN, Thomas/HARMS, Thorsten (†): Emder Häuserbuch, unveröffentlicht.
  6. Telefonbuch der Stadt Emden, 1941 (zit. nach: FELDMANN/HARMS: Emder Häuserbuch).
  7. Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen und Nachrichten (1747-1808), 1786 Nr. 38, S. 735.
  8. Wöchentliche Ostfriesische Anzeigen und Nachrichten (1747-1808), 1803 Nr. 52, S. 1550.
  9. SIEBERN, Heinrich (1927): Die Kunstdenkmäler der Stadt Emden (Nachdruck 1975), S. 242.
  10. StadtA EMD BoA 1687.