Neuer Markt 36

Aus Emden-Historisch
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Neuer Markt 36

Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden

Basisdaten

Altstadt
Kluft 2
Compagnie 10, Nr. 44
Wyk 2

Katasterkarte 1875

Flurkarte 22
Parzelle 137
Grundfläche 55 m²

"Gegen Mitte der 1870er Jahre richtete der Böttchermeister August Schulz sich seine Werkstatt und Wohnung am Neuen Markt 36 ein, wo er bis 1935 auch wohnen blieb.
Das dreiachsige Haus bzw. dessen Fassade ist ca. in den 1850er Jahren erneuert und modernisiert worden. Im Tiefparterre und im ersten Geschoss wurden neue Flügelfenster eingebaut, während im zweiten Geschoss die alten Schiebefenster erhalten blieben.
Das Haus hatte einen holländischen Staffelgiebel. Über den Fenstern befinden sich Zwillingsrundbogen. Das im unteren Teil veränderte Haus zeigt die gleiche Ausbildung wie das Nachbarhaus Neuer Markt 35. Über dem Drempelabsatz befinden sich 2 Staffeln, die auf dem Foto nicht zu erkennen sind.
Das Haus hieß ursprünglich "het oude Gasthuis" oder "'t olde Gasthuus" (Das alte Gasthaus = Armenhaus). In der Ostfriesischen Tageszeitung vom 21.06.1935 wird es genannt als "Hahn, vorher das alte Gasthaus". In einer noch älteren Erwähnung am 05.06.1712 in den Emder Schuldregistern (SchR XIV 106) wurde der Gebäudestandort als "hinter dem Fleischhaus", früher als "olde Vlyshuis" angegeben. Dieses alte Fleischhaus, ein Lagerhaus für Fleisch und Fleischprodukte war schon seit dem 16. Jahrhundert im Bereich des nördlichen Neuen Marktes bekannt."[1]

Waage (Mitte), darüber Gasthaus mit Turm
(Auszug aus Stadtplan Blaeu 1652)

"Ein weiteres Glockenspiel befand sich auf dem "Alten Gasthaus" an der Nordostecke des Neuen Marktes, das seit der Übersiedlung des Gasthauses in Räume des säkularisierten Franziskanerklosters als Fleischhaus diente. Es wurde 1577 durch den "kunstreichen Schmitt, Pieter Uhrwerker" auf Kosten der Stadt gründlich repariert. Im Juni 1600 betrieben die Anwohner des Neuen Marktes das Umhängen der Glocken auf die benachbarte Waage, da das "Fleischhaus" baufällig wurde."[2]

Eigentümer und Bewohner

Kopfschatzung 1757[3]

  • Arnoldus Ostheim, Makler und Frau, 1 Magd

Brandversicherungskataster

Datum Eigentümer Nachfolger Art Bd./Bild
1754 Remmer Nieuwenhole Ein Wohnhaus [4]
1808-1819 Dirk D. Franken Geerd Fr. Simmering A156 [5]
1819-1830 Geerd Fr. Simmering Haus A190
1830-1841 Geerd Fr. Simmering Haus A183
1841-1852 Geerd Fr. Simmering Haus A183
1852-1863 Geerd Fr. Simmering Haus A182
1863-1872 Geerd Fr. Simmering Geschwister Aaltje, Grietje und Berend G. Simmering Haus A181
1872-1877 Geschwister Aaltje, Grietje und Berend G. Simmering Haus A132
1877-1882 Geschwister Aaltje, Grietje und Berend G. Simmering 1878: Carl Friedr. Aug. Schulz Haus A132
1882-1887 Carl Friedr. Aug. Schulz Haus A132
1887-1892 Carl Friedr. Aug. Schulz Haus A131
1890-1895 Carl Friedr. Aug. Schulz Haus A132
1895-1900 Carl Friedr. Aug. Schulz Haus A142
1900-1905 Carl Friedr. Aug. Schulz Wohnhaus A189
1905-1910 Carl Friedr. Aug. Schulz
Böttcherei
Wohnhaus B77
1910-1915 Carl Friedr. Aug. Schulz
Böttcherei
Wohnhaus B55
1914-1920 Carl Friedr. Aug. Schulz
Böttcherei
Wohnhaus C155
1918-1936 Carl Friedr. Aug. Schulz
Böttcherei
Wohnhaus C91

Einwohnerverzeichnisse

  • Adress-Kalender 1864[6]
    • Simmering, G. F., Zimmermann
  • Adressbuch 1866[6]
    • Simmering, Bernh., Zimmerges.
    • Simmering, Alida
    • Blicklager, Otto, Friseur
  • Adressbuch 1877[7]
    • Schulz, August, Böttcher
    • Bormann, Ernst, Telegraphen-Cand.
    • Bosberg, Wwe. des Gerichtsvogts
  • Adressbuch 1880[6]
    • Schulz, August, Böttcher
    • Henning, Hautboist
    • Heyen, Wilh., Kappenmacher
  • Adressbuch 1897[6]
    • Schulz, August, Böttchermeister
    • Feldmann, Hinderikus, Böttchergeselle
    • Geutjes, Heinr., Böttcherlehrling
  • Adressbuch 1906/07[6]
    • Schulz, Aug., Böttcher
    • Lüken, Georg, Tischler
  • Adressbuch 1911[6]
    • Schulz, August, Böttchermeister
    • Sucker, Wwe. Willy
  • Adressbuch 1937[6]
    • Beeneke, Geeske, Wwe.
    • Beeneke, Bernhard, Vertreter
    • Freitag, Arthur, Justizsekretär
    • Schnüring, Heinz, Uhrmacher

Siehe auch

Galerie


  1. HARMS, Thorsten et al. (o. J.): Entwurf Bildband "Mohaupt Band 1" (unveröffentlicht).
  2. Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 40-1960, S. 93, Fußnote 247.
  3. HINRICHS, Wiard (2010): Kopfschatzung 1757, Aurich, Bd. 1.
  4. Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend, StadtA EMD II. 1366.
  5. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 StadtA EMD, Handapparat.
  7. FÜRBRINGER, Leo (1877): Adreß- und Stadt-Handbuch der Stadt Emden 1877-1878, Emden, S. 46-76.