Emsmauerdenkmal

Aus Emden-Historisch
1776 Inschrifttafel

Die Emsmauer bildete die südliche Abgrenzung der Stadt zum Ufer der Ems. Sie hatte nicht nur die Funktion einer Stadtmauer, sondern diente auch als Schutz vor eindringenden Fluten.

Als am Morgen des 21. Novembers 1776 bei ungünstigen Wetterbedingungen und einsetzender Flut das Wasser in Emden fast 25 cm höher stieg als bei der schweren Weihnachtsflut von 1717, brach der Deich bei der Kaserne an verschiedenen Stellen. Die Emsmauer wurde vom Hafen bis zur Großen Kirche vollständig zerstört. Das Wasser strömte ungehindert durch die Straßen der Stadt und richtete große Schäden an.

Wegen der strengen winterlichen Temperaturen konnte die zerstörte Emsmauer erst im Frühjahr 1777 endgültig neu aufgerichtet werden. Die Kosten dafür waren für die verschuldete Stadt enorm.

Da schenkte der Landesherr, König Friedrich II., der Stadt 20.000 Taler zur Reparatur der zerstörten Mauer.

Die dankbaren Untertanen fertigten die oben abgebildete Inschrifttafel mit dem nachfolgenden Text an und befestigten sie an der neuen Emsmauer:

ANNO 177[6] [D]EN 21 NOVEMBR:
IST DIE IM FÜNFZEHNTEN JAHRHUNDERT ERRICHTETE
ALTE EMSMAUER, DURCH EINE DER HOECHSTEN HIER IM
LANDE ERLEBTEN WASSERFLUTEN UMGESTÜRZET UND
IM FOLGENDEN 1777sten JAHRE DAFÜR DIESE NEUE
MAUER WIEDER AUFGEBAUET WORDEN, UND ZWAR AUS DEN
20000 REICHSTHALERN [WELCHE] SEINE KOENIG
LICHE MAYESTAET VON PREUSSEN FRIDERICH II
DERO GETREUEN STADT EMDEN ZUR AUSBE[SSER]UNG DES
DURCH YENE ERSCHRECKLICHE FLUTH ERLITTENEN [SCH]ADENS
AUS LANDSVAETERLICHER HULD ALLERMILDEST GESCHEN
KE[T] HABEN. WELCHES ZUM EWIGEN GEDAECHTNISS MIT
ALLERTREUESTEN DANK HIERMIT OEFFENTLICH ERKENNEN
BURGERMElSTER UND RATH, UND DIE GANZE BURGERSCHAFT
STADSBAUMEISTER HINR: HARBERTS.

Nachdem Ende des 19. Jahrhunderts große Teile der Emsmauer abgebrochen worden waren, kam dieses Monument in das Lapidarium der "Kunst" und fand 1962 seinen heutigen Platz im Torbogen des Rathauses.[1]

Siehe auch

  • Dothias Wiarda berichtete als Zeitzeuge in seinem mehrbändigen Werk Ostfriesische Geschichte, Bd. 9 ausführlich über dieses Ereignis (Abschrift).
  1. ARNDT, Karl (2007): Emdens "Ära Fürbringer" in ihren Denkmälern, Teil 2, Anhang II. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 87-2007, S. 196-198.

Seite überarbeitet, Stand 10.07.2026