Emsstraße 16

Aus Emden-Historisch
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Basisdaten
Altstadt
Kluft 1
Compagnie 2, Nr. 103
Wyk 1
Katasterkarte 1875
Flurkarte 20
Parzelle 349
Grundfläche 37 m²
Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden

Anmerkung

  • In den Häusern Emsstraße 15 und 16 befand sich die Herberge Gulden Fontein (Details siehe unten).

Eigentümer und Bewohner

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Brandversicherungskataster 1768-1936[1]
Datum Eigentümer Nachfolger Art Bd./Bild
1830-1841 Willem de Vries Erben (ab 1834) Haus A43
1841-1852 Willem de Vries Erben H. G. Oosterloo Haus A43
1852-1863 H. G. van Oosterloo Maurerg. Gerhard Visser Haus A41
1863-1872 Maurerges. Gerh. Visser Geerd Hinderks und Frau Dirkje geb. v. Lessen Haus A41
1872-1877 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Haus A33
1877-1882 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Haus A33
1882-1887 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Haus A33
1887-1892 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Haus A33
1890-1895 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Haus A33
1895-1900 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Haus A33
1900-1905 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Wohnhaus A51
1905-1910 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Wohnhaus A110
1914-1920 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen Wohnhaus B11
1918-1936 Gerd Hinderks und Frau geb. van Lessen 1923: Jürgen Jacobs
1924: Eilert de Vries
Wohnhaus B7
Adress- und Telefonbücher 1864-1941[2]
Jahr Bewohner und Eigentümer (E)
1866 Gerhard Visser, Maurergeselle; Wwe. P. Backer
1867 Gerhard Visser, Maurergeselle; Wwe. P. Backer
1877/78 Geerd Hinderks, Kornmesser
1880/81 Geerd Hinderks, Kornmesser
1887 Geerd Hinderks, Kornmesser (E)
1890 Geerd Hinderks, Kornmesser (E)
1897 Geerd Hinderks, Kornmesser
1902 Geerd Hinderks, Kornmesser
1904 Wwe. G. Hinderks
1906/07 Wwe. G. Hinderks
1911 Wwe. Geerd Hinrichs, Rentnerin
1913/14 Wwe. Geerd Hinrichs, Rentnerin
1925 Bernhard de Vries, Tischler (E)
1927 Bernhard de Vries, Tischler (E)
1934 Bernhard de Vries, Tischler
1937 Bernhard de Vries, Zimmerpolier

Miszellen

Gulden Fontein (Emsstraße 15-16)
  • 1510: Arendt Kremer, Präbendat der Kirche zu Norden, verkauft die von seinem Vater geerbten Häuser an die Kirchgeschworenen für 51 rheinische Gulden zu 40 Krummsteert. Im gleichen Jahr wurde das Grundstück anders aufgeteilt (Anfangs ist die Rede von drei Grundstücken, deren zwei südlichsten wahrscheinlich zusammengelegt wurden -> siehe 1556).
    "drei Kameren up der Kercken-Grunde in der kleinen Straten, de sick strecket ut der Kerckstraten [jetzige Burgstraße ?] na der Emese" an der Westseite "de Schoelstrate daer naest by gelegen an der Südersyd un de Rosenstrate an der Nordsyd."
  • 1511: Die Große Kirche verkauft die Häuser "ume sonderlinge nuttichheit und noettruft der Kercke, de vdtsundes bowvallig is und getymmert wort, an Schypper Oltman ut den Nedermoer unsen Medeborger, Grete uxor, für 67 Rh. Gulden zu 40 Kr.", davon 25 auf Rente belassen, am Donnerstag nach Neujahr (Kontraktenprotokolle 1551, Seite 45)
  • 1529: Oltman ut de Nedermoer und seine Frau Grete verkaufen eine Rente von "6 enkede goldene Philippsgulden" um einen Umbau zu finanzieren an den Emder Bürger Johan van Clawen [Kontraktenprotokolle 1529, Seite 90]
  • 1539: Hinrick Oltman (Sohn von Oltman ut de Nedermoer) [Kontraktenprotokolle 1539, Seite 966]
  • später: Herberge mit Aushängeschild an der Emsstraße "gulden Fonteine"
  • 1556: Johan Witte bezahlt 24 Krummsteert Heuer für "zwei Warfen von Oltman"
  • um 1567: Junker Raphorst; Imel Lottrich (s.u., beide sind Gäste in der Herberge). Erster war Spion des königlichen Kommandeurs in Groningen, Johannes von Mepsche
  • 1568: Roleff in de gulden Fonteine
  • 1569: ab diesem Jahr ist Hinrich Tytken heuerpflichtig, er ist der Erbe von Johan Witte, ebenso 1568 und 1604
  • 1596: erwähnt als "de Fonteine"
  • 1619: im Besitz der Clementiner-Bruderschaft (Schiffer-Armen), vorher Geske Witten
    "Ao. 1619 is de versegelde breef weder ingebracht, so up de Fonteyn up de Hörne van de Scholstrate, so [?] up dat Hus van Geske Witten, hebben [?] gestaen, tho weten 25 Rhin. Gl. mit 1 Jaer Rente, darvor is betalt 50 [?] Gulden als Hovetgelt und 1 Jaer Rente an de Kerkevogeden der grote Kerke."
  • 1620: "Ao. 1620 warden by unse Kiste in Deposito gesettet van wegen het leste Termin van de gekofte Fonteyne und in ein sackgen to versegelt, daer in syn 80 Stücken van Achten marken thue hondert Gulden [1 Stück van Achten = 2½ Gulden], un dat van wegen den Arrest, soo der Borgemester Jannes Ameling [Johann Amelingh] gedaen heft."
  • 1621: Für das Haus "dar de Fonteine uthhanget" werden 15 Stüber (gleich 7 Schaf, 10 Witten) Heuer bezahlt
  • 1646: Jacob Bakker bezahlt 15 Stüber Heuer
  • 1705: Engelke Eggen zahlt 10 Stüber und Arent Hanssen 5 Stüber
  • 1726: Hinderk Onnen
  • 1791: Sicko Valk [siehe Emsstraße 15: Brandvers.-Kataster 1754 und Kopfschatzung1757]
Die Herberge "Gulden Fontein" wird in einer lebendigen Schilderung des Groninger Spions Igele Lotrecht von Mai 1567 als Geusenherberge erwähnt.[3]

Siehe auch

  1. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.
  2. FELDMANN, Thomas/HARMS, Thorsten (†): Emder Häuserbuch, unveröffentlicht.
  3. Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 11-1895, S. 433-437. (zit. nach: FELDMANN/HARMS: Emder Häuserbuch) .