Große Burgstraße 21

Aus Emden-Historisch
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Basisdaten
Altstadt
Kluft 1
Compagnie 4, Nr. 22
Wyk 1 (4. Bezirk)
Katasterkarte 1875
Flurkarte 20
Parzelle 186
Grundfläche 567 m²
Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden

Anmerkung

  • Städtische höhere Töchterschule, gegründet 1872 (dazugehörig verschiedene Gebäude auf angrenzenden Grundstücken)

Illustrationen

Eigentümer und Bewohner

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Kopfschatzung 1757[1]
  • Rencke Dirks, Schiffer und Frau
Brandversicherungskataster 1754[2], 1768-1936[3]
Datum Eigentümer Nachfolger Art Bd./Bild
1754 Hr. Baron v. Forck Ein Haus
1808-1819 Buchholtz Huis A57
1819-1830 Buchholtz Haus A71
1830-1841 Buchholtz - Kriegesrath Bennecke Kinder
- Rektor Tillemann
Haus A71
1841-1852 Rektor Tilemann Haus A69
1852-1863 Rektor Tilemann Städtisches Leihhaus und Sparkasse Haus, Angebäude A67
1863-1872 Städtisches Leihhaus und Sparkasse Haus, Angebäude A66
1872-1877 Das städtische Leihhaus und Sparkasse Haus, Angebäude jetzt Schulgebäude[4] A28
1877-1882 Das städtische Leihhaus und Sparkasse Haus und Schulgebäude A28
1882-1887 Das städtische Leihhaus und Sparkasse 1884: Die Stadt Emden Haus und Schulgebäude (Tochterschule)
1887-1892 Die Stadt Emden Haus und Schulgebäude (Töchterschule) A28
1890-1895 Die Stadt Emden[5] Haus und Schulgebäude (Töchterschule) A28
1895-1900 Die Stadt Emden[6] Töchterschule: Haus- und Schulgebäude A29
1900-1905 Die Stadt Emden, Töchterschule[7] Wohnhaus und Schulgebäude A45
1905-1910 Die Stadt Emden, Töchterschule[8] Wohnhaus und Schulgebäude A104
1914-1920 Die Stadt Emden, Töchterschule[9] Wohnhaus und Schulgebäude A438
1918-1936 Die Stadt Emden, Töchterschule[10] Wohnhaus und Schulgebäude A254
Adress- und Telefonbücher 1864-1941[11]
Jahr Bewohner und Eigentümer (E)
1864 Frl. Delewien
1866 Marianne L. de Luine; Emilie de Luine, Lehrerin; Elise de Luine, Lehrerin; Freerk de Haan, Arbeiter; Hermann Ihnen, Leihhauskontrolleur
1867 Marianne L. de Luine; Emilie de Luine, Lehrerin; Elise de Luine, Lehrerin; Freerk de Haan, Arbeiter; Hermann Ihnen, Leihhauskontrolleur
1877/78 Stadt-Töchterschule; Freerk de Haan, Wollkämmer
1880/81 Johann Fink, Arbeiter
1887 Johann Fink, Arbeiter (E: Stadt Emden)
1890 Johann Fink, Arbeiter (E: Stadt Emden)
1897 Johann Fink, Arbeiter
1902 Johann Fink, Schuldiener
1904 (21/22) Johann Fink, Schuldiener
1906/07 (21/22) Johann Fink, Schuldiener

Miszellen

  • Die mit Sandsteinumrahmung versehene Tür trägt noch rein gotisches Gepräge (siehe Bild oben), die Gliederung am Sturz ist zum Teil abgeschlagen. Das Haus selbst bietet sonst wenig Bemerkenswertes, nur das Mauerwerk zeigt schon Sandsteinbänderung, die nun bald allgemein wird.[12]
  • Michaelis 1872 gegründet, unterrichtet in 7 Claffen Schülerinnen im Alter von 6—16 Jahren, und ist bestrebt, als Endziel zu verwirklichen, daß ihre Schülerinnen sowohl denjenigen Grab von allgemeiner geistiger, religiöser und sittlicher Ausbildung erreichen, die bei den erwachsenen Töchtern gebildeter Stände heutzutage vorausgesetzt werden, als auch sich diejenigen besonderen sprachlichen und sonstigen praktischen Kenntnisse, sowie diejenigen Fertigkeiten in weiblichen Arbeiten und in den Anfängen der schönen Künste aneignen, welche die Töchter zur Ausfüllung ihrer künftigen Stellung im Haufe und in der Familie, zu eigener weiteren Fortbildung durch Selbststudium, auch zum Eintritt in ein Lehrerinnen-Seminar oder zur Ergreifung eines sonstigen selbstständigen Lebensberufes befähigen.[13]
  • Die höhere Töchterschule mit Selekta[14] und Lehrerinnen-Seminar in der grossen Burgstrasse, Direktor Zwitzers, 10 Klassen, 7 ordentliche Lehrer, 4 ordentliche Lehrerinnen, 1 Turn- und Handarbeitenlehrerin, 250 Schülerinnen (gegen 272 im Vorjahre), darunter 19 auswärtige. Diese vertheilen sich auf die Klassen wie folgt: Selekta 20 (6 auswärtige), I a 25 (3), II a 30 (1), III a 23, IV a 24 (2), V a 23 (1), VI 23 (1), VII 33 (2), VIII 29 (2), IX 20 (1). In die 3 untersten Klassen werden auch Knaben aufgenommen, welche die höheren Lehranstalten besuchen wollen. Schulgeld Selekta M. 100, I. 110, II. 100, III. 90, IV. 80, V. 70, VI. 60, VII. 50, VIII. 40, IX. 30. Einnahmen M. 17823, Ausgaben M. 24788, worunter M. 23160 für Gehalte, M. 360 Schulwärterin, sächliche Ausgaben M. 1628. Städtischer Zuschuss M. 6965. Schulkommission: Vorsitzender der Oberbürgermeister.[15]
    Von den 251 Schülerinnen der städtischen höheren Mädchenschule sind 111 lutherisch oder evangelisch, 107 reformirt, 10 Mennoniten, 12 katholisch, 11 israelitisch. Von anderwärts 21, unter diesen 2 Ausländerinnen, abgesehen von den Kindern der Telegraphisten.[16]

Siehe auch

  1. HINRICHS, Wiard (2010): Kopfschatzung 1757, Bd. 1, Aurich.
  2. Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend, StadtA EMD II. 1366.
  3. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.
  4. Möglicherweise ab 1874.
  5. Randbemerkung: "Vergl. No. 405 u. 406" (S. A92 = Kleine Holzsägerstraße 2/3: Turnhalle u. 4: Packhaus).
  6. dto.
  7. Randbemerkung: "Vergl. 19 No. 2/3 u. 4".
  8. Randbemerkung: "Vgl. 31 No. 2/3 u. 4".
  9. dto.
  10. dto.
  11. FELDMANN, Thomas/HARMS, Thorsten (†): Emder Häuserbuch, unveröffentlicht.
  12. SIEBERN, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 6., Regierungsbezirk Aurich: H. 1 u. 2, Stadt Emden, Hannover 1927, S. 193.
  13. FÜRBRINGER, Leo (1877): Adreß- und Stadt-Handbuch der Stadt Emden 1877-1878, Emden, S. 311.
  14. Selekta (sc. classis, lat., "auserlesene Klasse"), an Gelehrtenschulen eine Klasse, in die nur die ausgezeichnetern Schüler der Oberklasse (als Selecti, "Auserlesene", oder Selektaner) gelangen. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 320. URL: http://www.zeno.org/nid/20007461860, 15.05.2026).
  15. FÜRBRINGER, Leo (1892): Die Stadt Emden in Gegenwart und Vergangenheit, Emden, S 160.
  16. Ebd. S. 318.