Kleine Deichstraße 8

Aus Emden-Historisch
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Basisdaten
Altstadt
Kluft 1
Compagnie 1, Nr. 35
Wyk 1
Katasterkarte 1875
Flurkarte 20
Parzelle 316
Grundfläche 108 m²
Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden

Anmerkung

  • Giebelstein mit der Jahreszahl 1559 und der Darstellung einer Katze und einer Eule[1] (siehe unten)

Eigentümer und Bewohner

[] | []
Kopfschatzung 1757[2]
  • Harmanus Cappelhoff, Frau u. 2 Vorkinder; 1 Magd
Brandversicherungskataster 1754[3], 1768-1936[4]
Datum Eigentümer Nachfolger Art Bd./Bild
1754 Ein Wohnhaus
1808-1819 Hermanus Kappelhoff Huis A11
1819-1830 Hermanus Kappelhoff Haus A13
1830-1841 Hermanus Kappelhoff - Hermann Schöningh
- Jan Bloem
Haus A13
1841-1852 Jan Bloem zu Papenburg Haus A13
1852-1863 Jan Bloem zu Papenburg Peter Tapper Haus A13
1863-1872 Peter Tapper Haus A13
1872-1877 Peter Tapper Haus A11
1877-1882 Peter Tapper Haus A11
1882-1887 Peter Tapper 1887: J. L. Petersen Frau geb. Tapper Haus A11
1887-1892 J. L. Petersen Frau geb. Tapper Haus A11
1890-1895 J. L. Petersen Ehefrau geb. Tapper Haus A11
1895-1900 J. L. Petersen Ehefrau geb. Tapper Wohnhaus A12
1900-1905 J. L. Petersen Ehefrau geb. Tapper Packhaus A26
1905-1910 J. L. Petersen Ehefrau geb. Tapper Packhaus A86
1910-1915 J. L. Petersen Ehefrau geb. Tapper Packhaus A100
1914-1920 J. L. Petersen Ehefrau geb. Tapper Packhaus A377
1918-1936 J. L. Petersen Ehefrau geb. Tapper Packhaus A209
Adress- und Telefonbücher 1864-1941[5]
Jahr Bewohner und Eigentümer (E)
1864 Fr. Janssen, Polizeidiener; M. J. Meinders, Agent
1866 Jan Meiners, Agent
1867 Jan Meiners, Agent
1877/78 Speditionsgeschäft Heiko Boelsen (Inhaber J. E. Seher); Johann Seher, Spediteur
1878/79 hinzu: Behrend Voß, Schiffer
1890 Niels Anderson, Arbeiter (E: Ehefrau J. L. Petersen)

Miszellen

  • Das stattliche Haus wurde 1559 für Tönjes Pricker gebaut.[6]
  • Der Hausstein aus Sandstein, 35 x 90 x 12,5 cm, aus dem 16. Jahrhundert mit der Abbildung "Katze und Eule mit Mäusen"; Bedeutung: Der figürlich gestaltete Hausstein gehört zu den selten überlieferten, sogenannten Neidsteinen. Diese bezeugen im dargestellten Sozialneid den sprunghaften wirtschaftlichen Wohlstand Emdens im 16. Jahrhundert – in jener Zeit, in der sich viele niederländische Glaubensflüchtlinge in der Stadt niederließen. Der Hausstein stammt vom Haus des Ratsherrn Tönjes (Tönnes) Pricker, Kleine Deichstraße 8 in Emden. Ursprünglich gab es noch folgende Inschrift dazu: VLE, WAT DEIST DW MIT MIN SPISE IN DIN MVLE / KATTE, DW SCHALT WETENN VORGWENET BROEDT WERDT OICK GEGETEN – was so viel heißt wie: "Eule, was tust du mit meiner Speise in deinem Mund? Katze, du sollst wissen, missgönntes Brot wird auch gegessen". Der Hausstein zählt zum alten Bestand von 1820dieKUNST[7]

Siehe auch

  1. SIEBERN, Heinrich (1927): Die Kunstdenkmäler der Stadt Emden (Nachdruck 1975), S. 208.
  2. HINRICHS, Wiard (2010): Kopfschatzung 1757, Bd. 1, Aurich.
  3. Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend, StadtA EMD II. 1366.
  4. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.
  5. FELDMANN, Thomas/HARMS, Thorsten (†): Emder Häuserbuch, unveröffentlicht.
  6. Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 14-1902, S. 387.
  7. 1820dieKUNST, Projekt "Paten retten Museumsschätze", S. 50.