Neutorstraße 29

Aus Emden-Historisch
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Basisdaten
Mittelfaldern
Kluft 3
Compagnie 6, Nr. 15
Wyk 4
Katasterkarte 1875
Flurkarte 22
Parzelle 293
Grundfläche 139 m²
Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden

Illustrationen

Eigentümer und Bewohner

[] | []
Kopfschatzung 1757[1]
  • H[ans] T[onjes] Brinckema, Kaufmann [Vierziger 1751] und Frau; 1 Magd
Brandversicherungskataster 1754[2], 1768-1936[3]
Datum Eigentümer Nachfolger Art Bd./Bild
1754 H. T. Brinckema Ein Wohnhaus
1808-1819 J. Heydeke Huis A85
1819-1830 J. Heydeck Haus A106
1830-1841 J. Heydeck Haus A104
1841-1852 J. Heydeck Lambertus Heyl Haus A101
1852-1863 Lambertus Heyl Franz Heyl Haus, Angebäude A101
1863-1872 Franz Heyl Haus, Angebäude A100
1872-1877 Franz Heyl Haus, Angebäude B49
1877-1882 Franz Heyl Haus, Angebäude B49
1882-1887 Franz Heyl 1886: Willem C. ter Vehn Haus, Angebäude B50
1887-1892 Willem C. ter Vehn Haus, Angebäude B101
1890-1895 Willem C. ter Vehn Haus, Angebäude B92
1895-1900 Willem C. ter Vehn Haus, Angebäude B124
1900-1905 Willem C. ter Vehn, Eisenwaren­handlung Wohn- und Geschäftshaus, westl. Anbau C18
1905-1910 Willem C. ter Vehn, Eisenwaren­handlung Wohn- und Geschäftshaus, westl. Anbau C163
1914-1920 Willem C. ter Vehn, Eisenwaren­handlg. Wohn- und Geschäftshaus, Anbau F23
1918-1936 Willem C. ter Vehn, Eisenwaren­handlg. Wohn- und Geschäftshaus, Anbau F19
Adress- und Telefonbücher 1864-1941[4]
Jahr Bewohner und Eigentümer (E)
1864 F. Heyl, Kaufmann; Alfred Russell, Kommissionär
1866 Franz Heyl, Grossist
1867 Franz Heyl, Grossist
1877/78 Firma Nordseefischerei Franz Heyl, Fisch-, Wild- und Geflügelhandlung; Franz Heyl, Grossist; Theodor Benter, Handlungsgehilfe [Abgang 1878/79]
1878/79 hinzu: Lambert Heyl, Handlungsgehilfe
1880/81 Franz Heyl, Grossist; Calaminus, Redakteur der Emder Zeitung; Schepker, Premierleutnant
1887 Willem ter Vehn, Eisenhändler (E); Heinrich Akkermann, Handlungsgehilfe; Max Meyer, Regierungsbaumeister
1890 Willem ter Vehn, Eisenhändler (E); Gerhard Röben, Handlungsgehilfe
1897 Eisenwarenhandlung W. ter Vehn, Willem ter Vehn, Eisenwarenhändler; Fritz Schulz, Handlungslehrling; Wilhelm Weyerts, Handlungsgehilfe
1902 Eisenwarenhandlung W. ter Vehn; Willem ter Vehn, Kaufmann
1904 Willem ter Vehn, Kaufmann
1906/07 Willem ter Vehn, Kaufmann
1911 Willem ter Vehn, Eisenwarenhändler (E); Marie ter Vehn, Klavierlehrerin; Arnold Müller, Handlungsgehilfe; Zigarrenhandlung Carl Weltmann & Co.
1913/14 Willem ter Vehn, Eisenwarenhändler (E); Marie ter Vehn, Klavierlehrerin; Carl Weltmann & Co., Zigarrenhandlung
1925 Wwe. Katharine ter Vehn, Eisenwarenhandlung (E); Marie ter Vehn, Musiklehrerin; Firma Carl Weltmann & Co., Zigarrenhandlung; Martha ter Vehn, Klavierlehrerin; Helene ter Vehn
1927 Wwe. Katharine ter Vehn, Eisenwarenhandlung (E); Elise ter Vehn, Privatlehrerin; Marie ter Vehn, Musiklehrerin; Firma Carl Weltmann & Co., Zigarrenhandlung; Firma Emil Knie, elektrotechnisches Geschäft (wohnt Klunderburgstraße 8); Martha ter Vehn, Klavierlehrerin; Helene ter Vehn
1934 Carl Weltmann & Co., Zigarrenhandlung (Geschäftsführer: Stavermann); Emil Knie, elektrotechnische Bedarfsartikel; Helene ter Vehn, ohne Beruf; Elise ter Vehn, Privatlehrerin; Marta ter Vehn, Klavierlehrerin
1937 C. Weltmann & Co., Zigarrengeschäft; Franz Blumowski, Kaufmann, Textileinzelhändler; Hermine Meyer, ohne Beruf; Marta ter Vehn, Klavierlehrerin; Elise ter Vehn, wissenschaftliche Privatlehrerin

Miszellen

  • Das prächtige nach drei Seiten freiliegende Haus mit zwei stattlichen Giebeln und einem schlanken Dacherker auf der Langseite ist im Jahre 1578 von Dirk Bart, dem Bruder des Greetsieler Drosten Hans Baert erbaut worden. Zwei hohe und ein niedriges Geschoß. Unter den Fenstern des letzteren ist ein dreiteiliges Gurtgesims eingefügt. Der Giebel baut sich in drei Staffeln auf, durch gleiche Gesimse voneinander getrennt, die aber in der äußeren, in Schwungstücken ausgehenden Begrenzung nochmals abgetreppt erscheinen. Ein flacher Dreieckgiebel mit umgekehrter Muschel im Giebelfeld bildet die Bekrönung. Die Fenster der unteren beiden Geschosse waren ursprünglich durch Kreuzpfosten geteilt, wie aus der Anordnung der Sandsteinbänder noch festgestellt werden kann. Auf die absonderliche Form der Entlastungen ist bereits hingewiesen worden. Die Schlußsteine tragen stilisierte Männer- und Löwenköpfe. Der aus vertieften Dreiecken bestehende Flächenschmuck der übrigen Quader kehrt wieder an den Schwungstücken und Schnecken des Giebels, die daneben noch mit Löwenköpfen verziert sind. Die Eckvorlagen an der Giebelschulter sind mit Beschlagornament, dem eine Hausmarke eingefügt ist, bedeckt und werden von kräftigen Löwenkopfkonsolen abgefangen. Der Giebel der Rückseite trägt im Fries über dem obersten Geschoß die Jahreszahl 1578. - Das die Rinne deckende Hauptgesims an der jetzt verputzten, dem Rathausplatz zugewandten Langseite wird nicht ursprünglich sein, während umgekehrt das Gurtgesims unter dem obersten Geschoß, das jetzt gleich hinter der Eckverkröpfung der Giebel stumpf abgeschnitten ist, vermutlich an der Langseite weiterlief. Der in zwei Geschossen aufsteigende Dacherker mit zwei in Schwungstücken ausgehenden Giebelstaffeln wird durch den dahinter im Dachfirst austretenden schweren Schornsteinkopf, eine spätere Zutat, in seiner Wirkung stark beeinträchtigt.[5]
  • Beim Rathhausbau waren nach mündlicher Ueberlieferung verschiedene Materialien, als Balken, Backsteine, Sandsteine und figürlicher Schmuck, übrig geblieben, wahrscheinlich infolge Einschränkung des ursprünglichen Thurmbau-Projekts, aus welchen drei Häuser gegenüber dem Rathhause, Neuthorstrasse 29, der Nordseite gegenüber (das ehemalige Heil'sche, jetzt ter Vehn'sche Haus), [...] gebaut worden sein sollen.[6]
  • 1895: Einbau eines Ladens im Haus des Kaufmanns W. ter Vehn an der Neutorstraße 29,
  • Umbau des Hauses, 1890 / 1901 / 1911 / 1936,
  • 1939: Schutz des als historisch wertvoll eingestuften Gebäudes.[7]
  • Vor 1539 war südlich des Hauses der "alte städtische Bauhof"[8]
  • Bis 1838 stand auf dem Platz zwischen Haus 29 und der Rathausbrücke die "Militair-Wache".[9]

Siehe auch

  1. HINRICHS, Wiard (2010): Kopfschatzung 1757, Bd. 1, Aurich.
  2. Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend, StadtA EMD II. 1366.
  3. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.
  4. FELDMANN, Thomas/HARMS, Thorsten (†): Emder Häuserbuch, unveröffentlicht.
  5. SIEBERN, Heinrich (1927): Die Kunstdenkmäler der Stadt Emden (Nachdruck 1975), S. 228.
  6. FÜRBRINGER, Leo (1892): Die Stadt Emden in Gegenwart und Vergangenheit, Leer (Nachdr. 1974), S 59-60.
  7. StadtA EMD BoA 2691
  8. Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 2-1875, S. 122. und Bd. 7-1910, S. 362.
  9. v.d. Linde, Benjamin (2016): Das Leibregiment der friesischen Statthalter, Berlin, S. 81-82.