Stadtpläne online

Aus Emden-Historisch
Röm. Katasterplan (Orange)

Die Geschichte der Kartografie reicht bis in die Antike zurück. Bereits bei den Römern lassen sich Katasterpläne und Straßenkarten nachweisen.

Der Aufschwung der künstlerischen Kartografie in der Renaissance bescherte auch Emden als bedeutende Hafenstadt die ersten Stadtpläne aus der Vogelperspektive.

Die weitere Entwicklung von Industrie und Bevölkerung machte genauere Karten notwendig. Mithilfe topografischer Vermessungen konnten Pläne erstellt werden, anhand derer die Stadtverwaltungen die Stadterweiterungen planen konnten.

Historische Emder Stadtpläne

1575: EMBDENA, Embden urbs Frisiae orientalis primaria (Braun-Hogenberg)

Die älteste Stadtansicht von Emden erschien im sechsbändigen Städteatlas Civitates Orbis Terrarum, als Blatt 32 in Band II. Das umfangreiche Werk wurde ab 1572 vom Kölner Theologen und Topogeograph Georg Braun (1541–1622) und dem Kupferstecher und Radierer Frans Hogenberg (1535–1590) geschaffen und herausgegeben.
Der Emder Plan, der die Stadt aus der Vogelperspektive von der Insel Nesserland aus zeigt, existiert in zwei Ausführungen. Beim ersten Zustand fehlt das Rathaus am Delft, das von 1574 bis 1576 erbaut wurde, während im Städteatlas der zweite Zustand mit dem neuen Rathaus abgebildet ist.

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1599: EMBDA (Pieter Bast)

Pieter Bast (um 1570–1605) befand sich 1598 in Emden, bevor er nach Oldenburg weiterreiste.
Die aktuell greifbare Karte ist signiert mit "Petr. bast. Antwerp. aut et sculp. 1619" und dem Hinweis "C. Visscher ex.". Die Jahreszahl 1619 wurde nachträglich geändert und kann als Datum der Veröffentlichung im Verlag Visscher gelten.

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Siehe auch
  • Pieter Bast Landmeter-cartograaf.
  • SONNTAG, Reiner (1989): Zur Datierung des 2. Zustandes der Ostfriesland-Karte des Ubbo Emmius. In: Emder Jahrbuch, Bd. 69-1989, S. 82-86.

1616: EMDA civitatum Frisica (Nicolaus Geilkerck)

Nach der Fertigstellung der Emder Befestigungserweiterung 1616, ordnete der Magistrat der Stadt die vollständige Neuvermessung und -zeichnung der Stadt an.
Aufgrund welcher Daten Nicolaus Geilkerck (auch Nicolaes van Geelkercken) diesen Plan anfertigte, ist nicht bekannt. Sein Stadtplan in verkleinerter Form war Bestandteil des Rerum Frisicarum historiae von Ubbo Emmius aus dem Jahr 1616.

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1647: EMDA (Matthäus Merian)

Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges war es Matthäus Merian dem Älteren (1593–1650) ein Anliegen, für die Nachwelt was noch stehet / zu erhalten / was gefallen / wider auffzurichten / vnd was verlohren / wider zu bringen[1]. Aus diesem Vorhaben entstand ein 16-bändiges Werk mit exzellenten Städteansichten.
Der Kupferstich "EMDA" wurde 1647 im Werk "Topographia Westphaliae" veröffentlicht und diente nachfolgenden Kartendarstellungen von Emden vielfach als Grundlage.

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1649: EMDA (Joan Blaeu)

Unschwer zu erkennen ist, dass Joan Blaeu sich am Merian-Stich orientierte. Er veröffentlichte diesen Plan in seinem "Steedenboek".

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1673: Festungsplan (Gualdo Galeazzo Priorato)

Erst als Galeazzo 1664 nach einem abenteuerlichen Leben nach Wien kam, widmete er sich der Kartografie. Bei dem Verleger Michael Thurnmayer erschien dort eine Sammlung von Stadt- und Festungsplänen.

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1694: PLAN DE LA VILLE DE EMBDEN (Wübbo Coens)

In diesem Plan stehen die Grünflächen innerhalb und außerhalb des Befestigungsrings von Emden im Mittelpunkt. Der Zeichner Coens war Stadtingenieur in Emden und zuvor für Kurbrandenburg tätig.
Eine Besonderheit dieser Karte ist der eingezeichnete Militärgalgen auf dem Tummeldeich beim Beckhof, der auf keiner anderen Karte berücksichtigt wurde.

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1852: Plan der Stadt Emden (H. G. van Oosterloo)

Hatto Günther van Oosterloo, Hypothekenbuchführer (1852) bzw. Actuar (1868), in Emden geboren am 29.01.1837 als Sohn des Emder Schreibers Friedrich Ludwig van Oosterloo, widmete "aus Hochachtung" seinen "Plan der Stadt Emden" dem "Wohllöblichen Magistrat" seiner Heimatstadt. Der Plan wurde ergänzt mit einem "Verzeichnis der Straßen und öffentlichen Gebäude".

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1911: Stadtplan von Emden (H. Braa)

Dieser im August 1911 von Stadtbautechniker Harbert Braa gezeichnete Stadtplan besticht durch seine Detailtreue. Nicht nur die Straßen sind entsprechend bezeichnet, sondern auch die einzelnen Häuser sind mit ihrer Hausnummer versehen.

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1916/17: Übersichtsplan der Stadt Emden (H. Braa)

Auch dieser von Bautechniker Harbert Braa "nach den Katasterkarten" gezeichnete farbige Plan veröffentlichte der Emder Verlag Walter Schwalbe.

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Emder Stadtpläne aus besonderem Anlass

1782: Grund Riss von der Stadt Emden wobey besonders die Schulen mit [Symbolen] und Zahlen bemerkt

Ein kolorierter Plan, in dem die Schulen markiert und in der Legende bezeichnet sind. Die angegebene Jahreszahl ist falsch.

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1825: Grundriss der Stadt Emden mit Bezeichnung der Verwüstungen der Sturmfluth ...

Der Lithograf J. H. Stalling aus Oldenburg druckte diese von Albert Dirks Cramer gezeichnete Karte von Emden. Auf ihr sind die Wassereinbrüche, Überschwemmungen und Zerstörungen durch die verheerende Sturmflut des 3. und 4. Februar 1825 zu erkennen.

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1850: Situations-Plan der Stadt Emden: mit den angrenzenden Tiefen, Gärten, Fahrstrassen & Eisenbahnhof

Urheber: August Ebeling, Kartenzeichner & Stecher & Drucker & Verleger. Kolorierte Lithographie, Emden um 1850.
Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Kartensammlung, Signatur: SLUB/KS 1671.

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1892: Plan der Stadt Emden nebst Binnen-Fahrwasser ...

Nach den Plänen des Bautechnikers W. Reinke zeichnete A. Höcke den "Plan der Stadt Emden nebst Binnen-Fahrwasser und Schifffahrts-Anlagen bei Nesserland und den projectirten Hafen-Anlagen des Kanals von Dortmund nach den Emshäfen". Wichtige Gebäude sind markiert und in der Legende erklärt.

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  1. MERIAN, Matthäus (1642): Topographia Helvetiae, Rhaetiae, et Valesiae : das ist Beschreibung und eigentliche Abbildung der vornembsten Stätte ..., Frankfurt am Main, S. 5 (DOI: https://doi.org/10.3931/e-rara-77564, 26.05.2026).