Zeitliche Abfolge

Aus Emden-Historisch
Chronologie der Ereignisse in der Stadt Emden von 1595 bis 1944
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bis 1595
um 800 Auf einer Langwarf (Erdhügel) als Handelssiedlung entstanden. Ausschlaggebend war die windgeschützte Lage als Anlegeplatz für Schiffe.[1]
1277 Sturmflut; der Dollart brach teilweise ein.[2]
um 1300 Im Auftrag der Bischöfe von Münster, die das Grafenrecht über den Emsgau und Emden erworben hatten, wurden Burg und die Stadt Emden errichtet.
1312 Regierten die Häuptlingsfamilie Abdena in Emden. Die Akzeptanz der Vitalienbrüder bot ihnen Schutz vor Angriffen.
Mai 1400 Verhandlungen zwischen der Hanse und den Ostfriesischen Häuptlingen in der „Gasthauskirche“, damals noch Kirche des Franziskanerklosters.[1]
1433 Endgültige Vernichtung der Vitalienbrüder durch die Hamburger Hanse, die Emden eroberten.
1439 Stadt und Schloss Emden wurden von den Hamburger Besatzern an Edzard und Ulrich Cirksena übergeben.[2]
01.10.1464 Ostfriesland wurde von Kaiser Friedrich III. zur Reichsgrafschaft erhoben[2],
23.12.1464 und Ulrich Cirksena in der Kirche des Franziskanerklosters, als Ulrich I. zum ersten ostfriesischen Grafen ausgerufen.[1]
1466 Nachdem Graf Ulrich I. gestorben war, ging 1491 die Grafschaft auf seinen Sohn Edzard I. über. Hamburg verzichtete auf Emden.[2]
04.11.1495 Kaiserliches Privileg über „Vorbeifahrt“ (Stapelrecht).[3]
10.08.1495 Wappenverleihung durch Kaiser Maximilian I.[3]
1495 Nach Zahlung von 10.000 Rheinischen Gulden verzichtete auch der Bischof von Münster auf seinen Anspruch an Emden.[2]
um 1520 Emden als Hauptstadt Ostfrieslands hatte 3.000 Einwohner.[1]
1520 Beginn der Reformation in Emden.[2]
14.02.1528 Graf Edzard I., genannt "Der Große", starb an diesem Tag. Sein Sohn Enno II. übernahm die Regierung der Grafschaft Ostfriesland.
1529 Die Türken standen vor Wien.
1529 Landesherrliche Kirchenordnung für die ganze Grafschaft, gegeben von Graf Enno II.[4] Darin werden vorhandene Elementarschulen erwähnt und der allgemeine Schulbesuch angeordnet.[5]
1535 Ordnung für die Pastoren und Kirchendiener, gegeben von Graf Enno II.[6]
24.09.1540 Graf Enno II. starb im Alter von 35 Jahren an diesem Tag. Seine Witwe Anna von Oldenburg übernahm für ihre noch unmündigen Kinder vormundschaftlich die Regentschaft der Grafschaft Ostfriesland.
Mitte 1540 Exildrucker aus Flandern, später zusammen mit Druckern der geflüchteten Londoner Exilanten, versorgten die Niederlande mit Bibeln und protestantischer Literatur, deren Druck und Verbreitung in den Niederlanden unter Androhung schweren Strafen verboten waren.[1]
Mitte 1542 Johannes a Lasco kam nach Emden und wurde 1543 von Gräfin Anna zum 1. Superintendenten Ostfrieslands ernannt.[2]
15.02.1545 Polizeiordnung der Gräfin Anna (Wwe. von Enno II.).[7] Darin verbindliche Anordnung der Schulpflicht (S. 400).
1549 Johannes a Lasco verließ Ostfriesland und wurde nach London berufen. Dort leitet er die Flüchtlingsgemeinde. 1553 musste er mit Mitgliedern seiner Gemeinde vor der kath. Regentin Maria fliehen und irrte im Norden Europas umher, bis die Gruppe letztendlich in Emden Aufnahme fand.
März 1554 Ankunft der aus London über Dänemark geflohenen Protestanten aus den Niederlanden, Frankreich und Italien unter der Leitung von Johannes a Lasco. Von den 200 in London abgefahrenen erreichten nur 175 die Stadt Emden.[1]
25.09.1555 Augsburger Religionsfrieden "Cuius regio, eius religio" (wessen Gebiet, dessen Religion).
1556/1557 Zeit großer Teuerungen; der Preis für Roggen verteuerte sich um das Fünffache.[8]
05.02.1557 Gründung/Stiftung des Emder Kornvorats.[8]
1557 Verliesen die letzten Franziskanermönche nach 240 Jahren Emden.[1]
1559 Einrichtung der ersten Emder Bibliothek.[1]
1561/1562 Das "Gasthauses" als Waisen- und Armenhaus der reformierten Kirche wurde im ehemaligen Franziskanerkloster eingerichtet.[1]
1561 Übernahmen die Brüder Edzard II. (luth.) und Johann II. (calv.), Söhne von Enno II., die Regierung der Grafschaft.
1568 Beginn des Spanisch-Niederländischen-Kriegs, der erst 1648 mit der Unabhängigkeit der nördlichen Niederlande endete. Die Republik der sieben vereinigten Niederlande erhoben sich gegen die spanische Schreckensherrschaft des katholischen Herzog Alba.[1]
1570 Emden vergrößerte sich. Eingemeindung von Groß- und Klein-Faldern.[9]
1572 Pariser Bluthochzeit, Bartholomäusnacht.
1574/1575 Pest in Emden.[1] Alle Pastoren wurden Opfer des Schwarzen Todes.
Okt 1575 Menso Alting trat seinen Dienst als Pastor der Großen Kirche an.
1574-1576 Das neue Emder Rathaus wurde nach dem Vorbild des Antwerpener Rathauses gebaut.[1]
1581 Graf Edzard II. gab Anweisung, außerhalb der Stadttore einen neuen Friedhof anzulegen.[10]
vor 1582 Die Hauptwaffenkammer der Stadt Emden wurde in die Rüstkammer des neuen Rathauses verlegt, nachdem die Waffen vorher an verschiedenen Stellen in der Stadt verwahrt wurden.[1]
04.10.1582 Papst Gregor XIII. reformierte den Julianischen Kalender (+10 Tage). Der neue Kalender wurde von den evangelischen Reichsständen zunächst abgelehnt.
12.01.1583 Einführung des Gregorianischen Kalenders in Teilen der Generalstaaten (Holland u. Zeeland).
1589 Erklärte sich die Bürgerschaft von Emden nach langem Zögern, beeinflusst von der Kirche, für autonom. Als unabhängiges Repräsentationsorgan wurde das Vierziger-Gremium gegründet.
1591 Graf Johann II. starb, sein Bruder war dadurch alleiniger Landesherr. Seine Versuche die mehrheitlich calvinistisch geprägte Stadt Emden lutherisch zu machen, scheiterten.
1595 bis 1600
18.03.1595 Emder Revolution. Der Magistrat der Landesherrschaft wurde ab- und neue Bürgermeister nebst Stadtrat eingesetzt. Emden entwickelte sich zu einer unabhängigen calvinistischen Stadt.
Graf Edzard II. wurde aus seinem Schloss in Emden vertrieben und musste nach Aurich fliehen.
Gleichzeitig teilten die aufgebrachten Bürger die Stadt in 21 Quartiere und bildeten zum Schutz der Stadt und ihren Einwohnen Bürgerkompanien. Die Emder Bürgerwehr entstand.
Mai 1598 1.200 Soldaten unter dem Befehl der Grafensöhne errichten eine Schanze bei der Knock.[11]
1595 Zum Schutz der Stadt etablierten sich niederländische Soldaten in Emden. Eine staatische Garnison existierte bis 1744 in Emden.[2]
15.07.1595 1595 Delfzijlischer Vergleich, Machtverlust des Grafen; er verlor seine Rechte an Emden.
1599 Graf Enno III. übernahm nach dem Tod seines Vaters Edzard II. am 01.03.1599 die Regierung von Ostfriesland.
06.04.1599 Staatische Truppen (600 Mann) unter Oberst Johan van den Kornput quartierten sich auf Befehl von Graf Wilhelm Ludwig von Nassau und Bitten des Emder Magistrats in den Vorstädten von Emden ein.[11]
29.09.1599 Große Feier des Delfzijlischen Vergleiches, anschließend Abzug der Truppen beider Seiten.
07.11.1599 Emder Konkordate, Festlegung der Konfessionen und ihre Grenzen; Erlass der Türkensteuer.
28.01.1600 Berumer Vergleich zwischen Enno III. und dem Haus Rietberg (Burg Berum), Harlingerland wurde für Ostfriesland gewonnen.[12]
1600 bis 1700
1601 Enno III. erhöhte die Steuern in Ostfriesland; deswegen Aufruhr in Norden und Emden.[12]
23.04.1602 Ein Kaiserliches Mandat gegen die Aufständischen wurde verkündet.
Enno III. ging gegen Norden vor, besetzte Hinte und Larrelt und baute die Logumer Schanze aus.
Die Generalstaaten schickten 19 Kompanien mit 1.400 Soldaten zum Schutz von Emden.[12]
05.-11.1602 Emden und der Graf rechtfertigten ihr Handeln mit gegenseitigen Schmähschriften.[12]
1602 Ubbo Emmius verfasst die "Apologia", eine Rechtfertigung des Emder Handelns auf 588 Seiten.
Nov 1602 Die Logumer Schanze wurde nach kurzer Belagerung durch die Truppen von General du Bois eingenommen; der Graf verließ für mehrere Monate seine Grafschaft.
1603 Veröffentlichung eines Ergänzungsbandes zur Apologia; kaiserliches Verbreitungsverbot der Apologia.
08.04.1603 Haager Akkord.
1604 Johannes Althusius (1563-1638), Rechtsgelehrter, kam als Stadtsyndikus nach Emden.
12.04.1604 Marienhafer Landtag (im Sept 1604 ergebnislos abgebrochen).[11]
13.01.1605 Fortsetzung des Marienhafer Landtags; beendet im April 1605.[11]
09.09.1605 Nochmalige Fortsetzung des Landtags, da Einigung in einzelnen Punkten nicht erzielt werden konnte; beendet am 18.09.1605.[3]
10.11.1606 Emder Landtagsschluss zur Regelung der landschaftlichen Verwaltung und des Steuer- und Schatzungswesen.[11]
"Emdischer Land-Tags-Schluß" … darin verordnet ist, wie es mit der Verwaltung der Landes-Mittel zu halten sey.[3]
1609 Beginn eines 12-jährigen Waffenstillstands im Spanisch-Niederländischen-Krieg.
13.09.1609 Besetzung und Plünderung der Stadt Aurich und des dortigen gräflichen Schlosses durch Emder Truppen.
21.05.1611 Osterhusischer Vergleich.
1616 Die Emder Wallanlagen waren fertiggestellt[1] und boten einen ausgezeichneten Schutz während des 30-jährigen Krieges.
23.05.1618 Mit dem Prager Fenstersturz begann der 30-jährige Krieg.
1621 Ende des 12-jährigen Waffenstillstands im Spanisch-Niederländischen-Krieg.
1622-1624 Emden verhinderte mithilfe seiner Garnisonen erfolgreich die Besetzung der Stadt durch die marodierenden Truppen des Protestanten Ernst von Mansfeld.[1]
1625 Fastnachtsflut, schwere Schäden in Ostfriesland.
1633 Bau des Hafentors.
1643-1648 Bau der Neuen Kirche.
06.10.1643 70 Emder Kaufleute gründeten die erste Grönländische Walfang-Kompanie (Datum des erteilten Privilegs).[2]
30.01.1648 Der 80-jährigen Spanisch-Niederländische-Krieg endete mit der Unabhängigkeit der nördlichen Niederlande.
24.10.1648 Der 30-jährige Krieg endete mit dem Westfälischen Frieden.
10.09.1651 235 junge Menschen aus Emden starben bei einem Stapellauf, als das Schiff beim Ablaufen umkippte.[13]
1654 Graf Enno Ludwig (1632-1660) erwarb für sich den nicht erblichen Reichsfürstenstand (ohne Stimmrecht im Rat).
18.04.1662 Grafenfamilie Cirksena unter Georg Christian (1634-1665) erlangte die erbliche Reichsfürstenwürde.[2]
1664/1665 Pest in Ostfriesland. 6.000 Tote in Emden.[2]
1680 Das Fahrwasser der Ems wurde vertieft.[2]
01.11.1682 Brandenburgische Truppen landeten in Greetsiel und etablierten eine preußische Garnison.[2]
02.05.1683 Aufgrund eines Vertrages mit Preußen wurde Emden zum Hafen der kurbrandenburgischen Marine. Die Admiralität verlegte ihren Sitz nach Emden.[2]
26.06.1684 Nach Beschluss des Magistrats wurde ein neues Wachsystem eingeführt. Die Wachmannschaft, 171 Männern aus den Garnisonen der Stadt, bezogen Posten auf dem Wall und an den Stadttoren. Alle Bürger waren verpflichtet im Wechsel des Nachts mit Laterne und Hellebarde die Straßen abzugehen. 1752 wurde die Bürgerwache aufgegeben.[14]
27.09.1688 Beginn des Pfälzischen Erbfolgekriegs (bis 1697), auch 9-jähriger Krieg genannt; Handelsverbot mit Frankreich.
1692 Bau der "Alten Wache" (Gebäude vor dem Rathaus) am Delft (1944 zerstört).
20.09.1697 Ende des Pfälzischen Erbfolgekriegs durch den Frieden von Rijswijk.
17.11.1699 Verordnung des Fürsten Christian Eberhard über die Abschaffung des Julianischen Kalenders und die Einführung des neuen Kalenders[15]
1700 bis 1900
01.03.1700 Einführung des Gregorianischen Kalenders nun auch in den evangelischen Reichsgebieten und damit auch in Emden.[16]
12.01.1701 Einführung des Gregorianischen Kalenders in Friesland und Groningen.
06.02.1701 Beginn des Spanischen Erbfolgekriegs (bis 1714); Handelsverbot mit Frankreich und Spanien.
07.09.1714 Ende des Spanischen Erbfolgekriegs durch den Frieden von Baden.
Jan 1715 Eine Viehseuche, die sich 1708 von Dalmatien aus in Europa verbreitete, erreichte Ostfriesland. Ca. 60.000 Rinder fielen der Seuche zum Opfer.[17]
03.03.1715 Fastnachtsflut, schwere Schäden in Ostfriesland.
1716 Insekten- und Mäuseplagen vernichteten die Heu- und Getreideernte.[17]
24.12.1717 Weihnachtsflut, schwere Schäden in Ostfriesland. Emden stand tagelang unter Wasser; Ostfriesland wegen gebrochener Deiche überschwemmt.
31.12.1720 In der Neujahrsnacht machte erneut ein schwerer Sturm alle bisdahin getanen Deichbauarbeiten zunichte; wieder brachen die Deiche und das Salzwasser überschwemmten Ostfriesland und Emden höher als 1717.
1724-1727 Bürgerkriege; Appelle-Krieg 1726-1727.
03./04.02.1825 Nach wenigen Jahren der Ruhe stieg das Wasser durch eine Sturmflut auf 5,26 m über NN, überströmte die Deiche und riss große Lücken in die Schutzwälle. Wieder stand Ostfriesland unter Wasser.
1727 "Entblöst vom Gelde" mussten die Emder ihre ständische Garnison auflösen.[18]
24.03.1729 Unterwerfung Emdens.
12.06.1734 Fürst Carl Edzard (1716-1744) übernahm die Regierung von Ostfriesland.
14.03.1744 Vertrag zwischen der Stadt Emden und dem preußischen Königshaus. Nach dem Ableben des Fürsten huldigte Emden dem preußischen König und erhielt im Gegenzug den Schutz von Handel und Stadt zugesichert.
25.05.1744 Tod des kinderlosen Fürst Carl Edzard; das Haus Cirksena ist damit ausgestorben, Ostfriesland fiel erbrechtlich an Preußen. Emden wurde dadurch zum Freihafen. Ende der unabhängigen Stadtrepublik Emden.[2]
24.05.1751 Gründung der Asiatische Handelskompanie, offizieller Name: Königlich Preußische Asiatische Compagnie in Emden nach Canton und China, für den Handel mit Indien und China (1765 aufgelöst infolge des 7-jährigen Kriegs).[19]
13.-15.06.1751 Erster Besuch des preußischen Königs Friedrich II., genannt "der Große", bekannt als "Der Alte Fritz", in Emden.[20]
15.11.1751 Friedrich der Große verlieh Emden das Porto-Francorecht (Freihafen).[21]
1752 34 fest angestellte Rateler (Nachtwächter) ersetzten die Bürgerwache. Diese Nachtwache wurde 1905 aufgelöst.[22]
21.01.1753 Oktroi zur Gründung einer Königlich Preußischen Bengalischen Handlungscompagnie durch den schottischen Kaufmann Harris für den Handel mit Indien. Nachdem 1754 ein Schiff der Compagnie von den Engländern aufgebracht wurde und ein zweites Schiff in der Mündung des Ganges strandete, wurde die Compagnie liquidiert.[23]
16.06.1755 Zweiter Besuch des preußischen Königs Friedrich II. in Emden.[24]
1756 Beginn des 7-jährigen Krieges (bis 1763).
1763 Ende des 7-jährigen Krieges von 1756.
04.08.1769 Gründung der Ostfriesischen Heringsfischereikompanie (Einstellung des Betriebs 1811).[25]
1782 Gründung einer Navigationsschule.[25]
17.08.1786 Tod des preußischen Königs Friedrich II. (Der Alte Fritz), Landesherr von Ostfriesland seit 1744. Nachfolger war sein Neffe Friedrich Wilhelm II. (1744-1797).
Jan 1794 Infolge des Koalitionskriegs erreichten englische Truppen auf ihrer Flucht Ostfriesland. Emden musste 3.000-4.000 Kranke und Verwundete aufnehmen. Massengräber auf dem Wall wurden ausgehoben. Nach ihrem Abzug rückten Hannoveraner Truppen ein, die bis Mai 1795 blieben.[25]
05.04.1795 Friede von Basel beendete die Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Preußen.
1798-1800 Bau des Treckfahrtiefs, einem Kanal zwischen Emden und Aurich.
1799-1800 Die Blockade der batavischen (niederländischen) Häfen durch die Engländer bescherten Emden einen kurzen Aufschwung.[25]
Okt 1806 Königlich Holländische Truppen unter Louis Bonaparte, einem Bruder von Kaiser Napoleon I., besetzten ungehindert Ostfriesland; die preußischen Truppen hatten sich bereits zurückgezogen.
02.12.1805 Napoleon besiegte bei Austerlitz die österreichisch-russische Armee.
1806 Wegen der Kontinentalsperre brach der Emder Handel ein.[2]
09.07.1807 Friede von Tilsit, Preußen verlor u.a. Ostfriesland an das Kaiserreich Frankreich. Ostfriesland wurde vom Kaiser dem Königreich Holland unter Louis Bonaparte zugeordnet.
1808 Zur Einführung holländischer Steuern musste der Emder Magistrat die Stadt in Bezirke einteilen und alle Gebäude mit durchgehenden Nummern versehen. Mit Nummer 1 anfangend endete die Zählung an Haus Nummer 2546.[26]
1810 Nach der Besetzung Hollands durch französische Truppen, gehörte Ostfriesland zum Département de l'Ems-Oriental.
Sep 1812 Einführung des Dezimalsystems und des Meter als Einheitsmaß.[25]
11.11.1813 Die französischen Besatzer zogen ab. Emden wurde wieder preußisch.[25]
1814-1815 Wiener Kongress, Neuordnung Europas. Preußen gab Ostfriesland an das Königreich Hannover ab.
15.2.1815 Übergabe Ostfrieslands an das Königreich Hannover im Schloss Aurich.[25]
26.03.1820 Gründung der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden ("Kunst").
03./04.02.1825 Sturmflut, Emden unter Wasser.
06.04.1858 Bekanntmachung bzgl. der Nummerierung der Gebäude. Ab jetzt wurden die Häuser entsprechend örtlicher Reihenfolge und nach Straße nummeriert.
1866 Preußische Kriegsschiffe trafen in Emden ein und wurden jubelnd empfangen. Ostfriesland wurde wieder Preußische Provinz.
18.-19.07.1869 Besuch von König Wilhelm I. (ab 1871 Kaiser Wilhelm I.), in Emden in Begleitung von Kanzler Otto von Bismarck.
19.07.1870-10.05.1871 Deutsch-Französischer Krieg
1874 Eindeichung des Polders zwischen Nesserland und Seedeich; endlich waren alle Schäden der großen Fluten ab 1717 beseitigt.
1875 Leo Fürbringer übernahm das Amt des Bürgermeisters von Emden, ab 1877 Oberbürgermeister.
1885-1887 Gründung des Stadtkreises Emden.[27]
Feb 1887 Die Emder Kesselschleuse, die vier Wasserwege mit unterschiedlicher Wasserhöhe verbindet, ging nach 10-monatiger Bauzeit in Betrieb.
03.04.1888 Fertigstellung des Ems-Jade-Kanals zwischen Emden und Wilhelmshaven, u.a. zum Transport von Kohle aus dem Ruhrgebiet in den Kriegsschiffshafen Wilhelmshaven am Jadebusen. Baubeginn 1880.[21]
05.06.1888 Nesserlander Schleuse (Kammerschleuse) wurde dem Verkehr übergeben; Baubeginn 1881/82[21]
1895 Der nördliche Teil des Ratsdelfts wurde zugeschüttet und mit dem Stadtgarten überdeckt.[1]
20.06.1896 Enthüllung des Kaiserdenkmals Wilhelm I. im Stadtgarten.[28]
11.08.1899 Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals zwischen dem Hafen von Dortmund und der Ems bei Papenburg; Baubeginn 1892.
1899 Baubeginn des Außenhafens als offener Hafen ohne Schleuse[21]
ab 1900
12.12.1900 Durch allerhöchsten Erlass wurde von Kaiser Wilhelm II. die Schaffung eines Freibezirks im Emder Hafen von Neuem angeordnet.[21]
07.08.1901 Geplante Einweihung des neuen Emder Seehafens in Gegenwart des Kaisers. Wegen des Ablebens der Kaisermutter am 5. August wurden die Feierlichkeiten abgesagt.[29]
16.08.1901 Auf Wunsch des Kaisers: Einweihung des neuen Emder Seehafens und Enthüllung der Denkmale des Großen Kurfürsten und Friedrich des Großen mit einer stillen Feier.
30.07.1902 Besuch von Kaiser Wilhelm II. im Emder Rathaus und im Telegrafenamt.[30]
1903 Gründung der "Nordseewerke", Emder Werft und Dock Aktien-Gesellschaft, auf Initiative von Oberbürgermeister Fürbringer.
31.03.1905 Abschaffung des Nachtwächtercorps.[14]
1913 Betriebsübergabe "Große Seeschleuse"; Baubeginn 1907.
28.07.1914 Mit Unterstützungszusage des Deutschen Kaiserreichs erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg und leitete damit den 1. Weltkrieg ein.
11.11.1918 Die Unterzeichnung eines Waffenstillstands in einem Eisenbahnwaggon auf einer Lichtung bei Compiègne beendete den 1. Weltkrieg.
1928 Gebietserweiterung des Stadtkreises Emden mit Borssum und Wolthusen.
1930 Eröffnung der Herrentorschule als Elementarschule (seit 2014 Oberschule), einem dreigeschossigen Backsteinbau.
06.06.1937 Die Badeanstalt "van Ameren-Bad" an der Kesselschleuse wurde eröffnet.[2]
21.07.1938 Vollständige Zerstörung der "Gasthauskirche", der früheren Franziskanerkirche, durch einen Brand.[1]
09.11.1938 Reichspogromnacht. Die Emder Synagoge wurde durch einen schändlichen Brandanschlag zerstört.[1]
13.07.1940 2. Weltkrieg; erster Luftangriff auf Emden.
06.09.1944 Schwerer Tagesangriff von 11:00 bis 14:30 durch die amerikanische Luftwaffe: 12 Verbände mit jeweils 21 Flugzeugen. 20 Flugzeuge wurden abgeschossen, 69 Piloten/Besatzungen, 13 Zivilpersonen und 4 Wehrmachtsangehörige dabei getötet.
06.09.1944 Um 17:57 Luftalarm, 181 alliierte Bomber sind im Anflug; 18:09 Fliegeralarm; 18:26 erste Bomben fallen auf Emden; 19:30 Luftgefahr vorbei. 18.000 Bomben kosteten 46 Emdern das Leben, 109 Menschen wurden verletzt und 21.000 obdachlos. Die Kernstadt von Emden war fast vollständig zerstört.[31]


  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 LANGE v. RAVENSWAY, J. Marius J./JAHN, Wolfgang/VOß, Klaas-Dieter/LANGE, Albert de (Hrsg.) (2014): Orte der Reformation, Leipzig.
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 2,13 2,14 2,15 2,16 https://www.emden.de: Stadtgeschichte.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 BRENNEYSEN, Enno Rudolph (1720): Ost-Friesische Historie und Landes-Verfassung, Bd. 2.
  4. WOLGAST, Eike [Hrsg.] et al. (1963): Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts (Bd. 7 = Nieders., 2. Hälfte, 1. Halbbd.): Erzstift Bremen, Stadt Stade, Stadt Buxtehude, Stift Verden, Tübingen, S. 360.
  5. WOLGAST, Eike [Hrsg.] et al. (1963): Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts (Bd. 7 = Nieders., 2. Hälfte, 1. Halbbd.): Erzstift Bremen, Stadt Stade, Stadt Buxtehude, Stift Verden, Tübingen, S. 368.
  6. WOLGAST, Eike [Hrsg.] et al. (1963): Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts (Bd. 7 = Nieders., 2. Hälfte, 1. Halbbd.): Erzstift Bremen, Stadt Stade, Stadt Buxtehude, Stift Verden, Tübingen, S. 373.
  7. WOLGAST, Eike [Hrsg.] et al. (1963): Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts (Bd. 7 = Nieders., 2. Hälfte, 1. Halbbd.): Erzstift Bremen, Stadt Stade, Stadt Buxtehude, Stift Verden, Tübingen, S. 398.
  8. 8,0 8,1 FÜRBRINGER, Leo (1892): Die Stadt Emden in Gegenwart und Vergangenheit, Leer (Nachdr. 1974), S 134.
  9. MÄHLMANN, Karl (1913): Das Wohnhaus Alt-Emdens vom 15. bis 19. Jahrhundert, S. 42.
  10. Emder Zeitung: 24.01.2013.
  11. 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 WIARDA, Tileman Dothias (1791): Ostfriesische Geschichte, Bd. 3.
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 WEßELS, Paul (2023): Ein „Federkrieg“ zwischen Aurich und Emden. Die Streitschriften der Emder Aufständischen und des Grafen Enno III. im Jahr 1602. In: Buch des Monats der Landschaftsbibliothek Aurich, März 2023.
  13. RAVELING, Jakob (1980): Schiff bei Stapellauf gekentert - 255 Menschen im Hafen ertrunken. In: Unser Ostfriesland (Beilage zur Ostfriesen Zeitung) Nr. 22, 18.11.1980.
  14. 14,0 14,1 GRIMME, Martina (2001): Slaept niet die daer waeckt.
  15. NLA AU Dep. 1 Nr. 4934/1
  16. StadtA EMD I Nr. 291.
  17. 17,0 17,1 ERSCH, J. S./GRUBER, J. G. (1855): Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge von genannten Schriftstellern, S. 52.
  18. WIARDA, Tileman Dothias (1791): Ostfriesische Geschichte, Bd. 7, S. 374.
  19. James Evers (2017): Aufstieg und Fall der "Königlich Preußischen Asiatischen Compagnie in Emden nach Canton und China", München, GRIN Verlag.
  20. Karl Heinrich Siegfried Rödenbeck (1840): Tagebuch oder Geschichtskalender aus Friedrich's des Großen Regentenleben (1740-1786). Bd. 1, 2. Abt., S. 216.
  21. 21,0 21,1 21,2 21,3 21,4 SCHWECKENDIECK, Carl (1901): Festschrift zur Eröffnung des neuen Emder Seehafens durch Seine Majestät den Kaiser und König Wilhelm II. im August 1901, Berlin.
  22. Landesmuseum Emden.
  23. Maywald, Torsten (2011): Preussische Seefahrt 1605-1772, Universität Zürich, S. 47.
  24. Karl Heinrich Siegfried Rödenbeck (1840): Tagebuch oder Geschichtskalender aus Friedrich's des Großen Regentenleben (1740-1786). Bd. 1, 2. Abt., S. 275.
  25. 25,0 25,1 25,2 25,3 25,4 25,5 25,6 HAHN, Dr. Louis (1938): 175 Jahre "Emder Kaufmannschaft", Emden.
  26. FÜRBRINGER, Leo (1877): Adreß- und Stadt-Handbuch der Stadt Emden 1877-1878, Emden, S. 190-191.
  27. Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 10-1890, S. 89.
  28. Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 87-2007, S. 161-191.
  29. Absage Kaiser Wilhelms II.
  30. Programm für die Einweihung des Emder Außenhafens 1901.
  31. JANßEN, Dietrich (2017): 6. September 1944 (Videos auf YouTube).