Am Delft 22

Aus Emden-Historisch
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Am Delft 22

Verlag W. Schwalbe (1911): Stadtplan Emden

Basisdaten

Altstadt
Kluft 1
Compagnie 3, Nr. 11
Wyk 1

Kataster 1875

Flurkarte 20
Parzelle 130
Grundfläche 332 m²

Hausname: Zum Zeichen der Lilie (1717)

Beschreibung des Hauses

Aus dem Protokoll einer Versteigerung vom 23. Juli 1717 (Zusammenfassung):[1]
Das Haus war ungefähr 15 Meter lang und 6 ½ Meter breit, vorne mit einem großen Vorhaus. An der Seite war ein Zimmer abgeteilt (dörnse); es hatte einen eisernen Kachelofen und in der Wand ein Regal (schapke). Daran anschließend eine Kammer mit einem gefliesten Kamin und Bodenfliesen, einer Bettstelle (beddestede) und einer Speisekammer. Dahinter eine tieferliegende Wohnküche (kellerköcken), worin ein Kamin, eine geflieste Wand, zwei Bettstellen mit zwei Regalen auf der Seite waren und ein Versorgungskeller (provisie keller). Darüber eine schöne Stube (fraÿe opkammer) mit einem Kamin und einer Bettstelle. Auf der Seite eine hängende Kammer (hangel kamertje), darunter ein Gang mit einem Spülstein (göetstein).
Das Haus hatte drei Stockwerke und einen hohen Dachboden. Die untere Etage teilte sich in zwei Teile, deren eine Hälfte mit Kleiderschränken (kleerstocken) versehen war.
Von der Kellerküche kam man in einen Durchgang, ungefähr 3 ¼ Meter lang und 1 ½ Meter breit, in dem sich ein Regenwasserbecken (regenwatersback) mit einer Pumpe und zwei Wasserhähnen aus Messing, einem eisernen Schwengel und einem mit Kupfer ausgeschlagener Spülstein befand.
An der Seite war eine Erhebung (warff), 3 ¼ Meter lang und 4 ¾ Meter breit, darauf ein ablaufender Abort (offlopent heimlichkeit) mit einem freien Ausgang zum Gang.
Dahinter eine Küche, 3 ¼ Meter lang und 5 Meter breit, mit einem Kamin, einer gefliesten Wand und einem gefliesten Herd, zwei kleinen Regalen mit einem Bücherregal (bokenschapke), einem Regal unter der Treppe mit einer kleinen Anrichte, die eiserne Füße hatte, und einem kleinen Dachboden (böhntje).
Daran anschließend ein Packhaus, 15 Meter lang und fast 7 Meter breit, hinten an der inneren Mauer gemessen. Das Packhaus hatte zwei Stockwerke und einen hohe Dachboden. Im Packhaus stand ein Torfkasten; hinten hatte es eine Erhebung von 90 Zentimetern mit einem Ausgang, um den Rinnstein zu reinigen.
An der Seite vom Wohnhaus war ein Durchgang zum Packhaus.

Das ursprüngliche, wie oben beschriebene Haus ist auf keiner Fotografie abgebildet.


1928: Einbau eines Schaufensters im Haus Am Delft 22.[2]

Eigentümer und Bewohner

  • Nach 1687 bis 1716: Der aus Frankreich geflüchtete Hugenotte Isaac Bourdeaux, Kaufmann und Weinhändler, mit Familie (bis zu 10 Personen).
  • 1717 bis vor 1731: Paul Bourdeaux, Sohn von Isaac, Kaufmann, mit Familie (bis zu 7 Personen).[3]

Kopfschatzung 1757[4]

  • Friedrich Schoormann, Chirurgus; Frau und 4 Kinder

Brandversicherungskataster

Datum Eigentümer Nachfolger Art Bd./Bild
1754 Jacobus Schoorman [5]
1808-1819 F. Schoormann & Cons. Huis A39 [6]
1819-1830 F. Schoormann & Cons. Jacob Basthagen &
Wittwe Kraks
Haus
Packhaus
A50
1830-1841 Jacob Basthagen et
Wittwe Kraks[7]
Niclaas Brouwer Haus
Packhaus
A50
1841-1852 Niclaas Brouwer[8] Haus
Packhaus
A48
1852-1863 Niclaas Brouwer Haus
Küchen- oder Angebäude
Packhaus
A46
1863-1872 Niclaas Brouwer Haus
Küchen- oder Angebäude
Packhaus
A46
1872-1877 Niclaas Brouwer Haus
Küchen- oder Angebäude
Packhaus
A7
1877-1882 Niclas Brouer Haus
Küchen- oder Angebäude
Packhaus
A7
1882-1887 Niclas Brouer Haus
Küchen- oder Angebäude
Packhaus
A7
1887-1892 Niclas Brouer Haus
Küchen- oder Angebäude
Packhaus
A7
1890-1895 Niclas Brouer Haus
Küchengeb.
Packhaus
A7
1895-1900 Niclas Brouer 1899: Firma Heeren & van Hoorn. Weinlager Wohnhaus
Küche
Packhaus
Durchgang
Abort
A7
1900-1905 Firma Heeren & van Hoorn. Weinlager Wohnhaus
Durchgang
Küchenanbau
Packhausumbau
Abortanbau
A21
1905-1910 Firma Heeren & van Hoorn. Weinlager 1908: Johann Friedrich Diedrich Heeren Wohnhaus
Durchgang
Küchenanbau
Packhausumbau
Abortanbau
A81
1910-1915 Johann Friedrich Diedrich Heeren[9]
Weinlager
Wohnhaus
Durchgang
Küchenanbau
Packhausumbau
Abortanbau
A94
1914-1920 Johann Friedrich Diedrich Heeren
Weinlager
Wohnhaus
Durchgang
Küchenanbau
Packhausumbau
Abortanbau
A361
1918-1936 Johann Friedrich Diedrich Heeren
Weinlager
Wohnhaus
Durchgang
Küchenanbau
Packhausumbau
Abortanbau
A194

Einwohnerverzeichnisse

  • Adress-Kalender 1864[10]
    • Brouer, N., Kaufmann (Barth & Brouer)
  • Adressbuch 1866[10]
    • Brouer, Nicolaus, Grossist
  • Adressbuch 1877[11]
    • Penaat, Johann, Procurist
    • Barlösius, Heinr., Obertelegraphist
  • Adressbuch 1880[10]
    • Penaat, Jan, Procurist
    • Bartösius, Heinr., Obertelegr.-Assist.
  • Adressbuch 1897[10]
    • Penaat, Johann, Procurist
    • van Dyken, Frerich, Steuermann
    • v. d. Boordt Wwe., Wilhelmine
  • Adressbuch 1906/07[10]
    • Heeren, Joh. Friedr. Diedr. Wein hdl.
    • v. Hülst, Peter, Aktuar
    • Heeren, P. M. Ww., Rentnerin
    • v. Hülst, Focko, Agent
  • Adressbuch 1911[10]
    • Heeren & Co., Weinhandl. Tel. 361
    • Heeren, Johann, Weinhändler, Inhaber der Firma Heeren & Co.
    • Heeren, Wwe. Peter, Rentiere
    • Hiebing-Steining, Johannes, Königl. Eisenbahn-Ober-Sekretär
  • Adressbuch 1937[10]
    • Heeren, Johann, Weinhändler
    • Heeren, Wilhelm, Weinhändler
    • Bornemann, Auguste, Hausgeh.

Siehe auch

Galerie


  1. Ausmiener-Protokolle, NLA AU Rep. 235 Nr. 9
  2. StadtA EMD BoA 1701
  3. Bourdeaux, Jürgen P. (2022): Isaac Bourdeaux, Hugenotte und Kaufmann aus Soubise, BoD.
  4. HINRICHS, Wiard (2010): Kopfschatzung 1757, Aurich, Bd. 1.
  5. Catastrum 1754 der Feuer-Societät die Stadt Embden betreffend, StadtA EMD II. 1366.
  6. Brandversicherungskataster der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse von 1768–1937.
  7. Frau Kommerzienrat Krak, geb. Petronella Schoormann
  8. Nicolaas BROUER, geb. 25.09.1796 in Kampen (NL), gest. 07.10.1874 in Emden (Grabstein: Friedhof Neue Kirche), seit dem 16.07.1825 in Emden verheiratet mit Sjamke FRIEZENBORG, geb. 20.06.1795, gest. 23.06.1863.
  9. Gefallen für Deutschland: ... In derselben Nacht [13.07.1940] kam auch Diplom-Ingenieur Wilhelm Heeren [Sohn des Weinhändlers Johann Heeren], der sich als Gast in der Wirtschaft "Drei Kronen" am Torfmarkt aufhielt, durch einen Bombensplitter, der ihn schwer am Kopfe verletzte, ums Leben.( Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 28-1942, S. 191. ).
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 10,5 10,6 StadtA EMD, Handapparat.
  11. FÜRBRINGER, Leo (1877): Adreß- und Stadt-Handbuch der Stadt Emden 1877-1878, Emden, S. 46-76.